Die Begegnung zwischen Dortmund und dem Hamburger SV begann alles andere als verheißungsvoll für die Gastgeber. Früh nutzten die Hanseaten grobe Fehler im Dortmunder Spielaufbau – Otele traf in der 19. Minute eiskalt, Lokonga legte noch vor der Pause auf 2:0 nach. Viel sprach da nicht mehr für den BVB, der sich im eigenen Stadion manchmal fast etwas verirrt anfühlte. Erst in der zweiten Hälfte, als vielen im Stadion wohl schon die Hoffnung verloren ging, rappelte sich das Team auf: Ein energisches Solo führt zu einem Foul im Strafraum, Bensebaini trifft per Elfmeter (73.). Plötzlich kippt die Stimmung: Guirassy netzt fünf Minuten später zum Ausgleich. Es wird hektisch, vielleicht hat der HSV in dieser Phase das Spiel im Kopf schon abgehakt, vielleicht fehlt auch einfach die Erfahrung, so etwas sauber runterzuspielen. Jedenfalls wieder: Elfmeter Dortmund, Bensebaini ist wieder zur Stelle, sorgt in der 84. Minute für Ekstase im Stadion. So gehen drei Punkte an Schwarz-Gelb, die nun wieder dicht an Bayern München dran sind. Der HSV – nach starker erster Halbzeit – steht mit leeren Händen da und verbleibt auf Rang elf, während der Zug nach oben wohl erst einmal abgefahren ist.
In einer von Dramatik geprägten Partie gelingt Borussia Dortmund nach schwachem Beginn ein spektakuläres Comeback gegen den Hamburger SV. Während die Gäste ihre Möglichkeiten anfänglich konsequent nutzten und mit zwei Toren in Führung gingen, wachten die Dortmunder erst in der letzten halben Stunde auf und drehten das Spiel innerhalb von elf Minuten. Dieser Kraftakt beschert dem BVB drei enorm wichtige Zähler für das Rennen um die Vize-Meisterschaft und sorgt dafür, dass die Bayern weiter auf den vorzeitigen Titelgewinn warten müssen. International ist zu beobachten, dass Dortmunds Comeback-Qualitäten zuletzt öfter gefragt waren, während der HSV trotz engagierter Auftritte Schwierigkeiten hat, Führungen über die Ziellinie zu bringen. Laut aktuellen Analysen der Sportpresse gerät die Defensive des HSV immer wieder in den Blickpunkt der Kritik, weil sie bei höherem Druck häufig die Nerven verliert. Letztlich bleibt das Rennen um die Plätze in der Bundesliga auch nach diesem Spiel höchst spannend – und die Moral der Dortmunder dürfte am nächsten Spieltag ein wichtiges Faustpfand sein.