Ehegattensplitting entlastet Paare jährlich um 25 Milliarden Euro – Staat trägt die Rechnung

Nach aktuellen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft sparen verheiratete Paare dank Ehegattensplitting jedes Jahr zusammen etwa 25 Milliarden Euro an Steuern – was gleichzeitig als 'versteckter Preis' für den Fiskus gilt.

heute 18:18 Uhr | 7 mal gelesen

Interessant: Der Großteil dieser Summe kommt Familien mit Kindern zugute – genauer gesagt mehr als 90 Prozent. Rund zwei Drittel davon landen bei Eltern mit Kindern, die entweder minderjährig sind oder sich noch in der Ausbildung befinden. Den Rest erhalten Paare mit bereits erwachsenen Kindern, deren Ausbildung abgeschlossen ist. Mehr als zwei Milliarden Euro – rund neun Prozent – werden an kinderlose Ehepaare ausgeschüttet. Spannend wird es bei der Aufteilung: Laut IW profitieren 63 Prozent der Familien mit Doppelverdiener-Modell von den Vergünstigungen. Die übrigen 37 Prozent – allerdings eine deutlich kleinere Gruppe – sind Familien mit nur einem Verdiener. Genau diese Familien müssten mit den deutlichsten Einschnitten rechnen, falls das Ehegattensplitting reformiert wird, betont Steuerexperte Tobias Hentze. Im Grunde genommen stellt sich die Frage, ob das System noch zu heutiger Lebenswirklichkeit passt. Vielleicht liegt gerade darin auch ein gesellschaftlicher Zündstoff, der so manchem Reformer schlaflose Nächte bereiten dürfte.

Das Ehegattensplitting sorgt Jahr für Jahr für hohe Steuerersparnisse bei Ehepaaren – bis zu 25 Milliarden Euro laut neuester IW-Zahlen. Besonders profitieren Doppeltverdiener-Familien und Alleinverdiener-Haushalte, wobei letztere stärker von Reformen betroffen wären. Zeitgleich gibt es wachsende politische Kontroversen über die Zukunft dieser steuerlichen Regelung, da Kritiker den traditionellen Familienbegriff hinterfragen und das System als Hemmnis für mehr Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt sehen. In aktuellen Debatten im Bundestag wird eine Abschwächung oder Abschaffung des Ehegattensplittings zunehmend diskutiert, um vor allem die Erwerbstätigkeit von Frauen zu fördern (Quelle: faz.net). Neue Zahlen zeigen, dass der Steuerbonus zwar viele Familien entlastet, aber auch Gerechtigkeitsfragen aufwirft, insbesondere gegenüber Alleinerziehenden (Quelle: spiegel.de). Darüber hinaus fordern mehrere Sozialverbände eine Umwandlung des Splittings zugunsten einer individuellen Besteuerung, um größere Chancengleichheit im Steuersystem zu erreichen (Quelle: sueddeutsche.de).

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