Es klingt vielleicht wie eine Rechnung aus dem Lehrbuch, aber die Folgen könnten konkret werden: Anderson zufolge läuft etwa ein Drittel des global gehandelten Stickstoffdüngers durch die Straße von Hormus. Sollte die Seeroute länger blockiert bleiben, würde dies schon bald - möglicherweise sogar zum kommenden Herbst - zu kleineren Ernteerträgen führen, besonders in Ländern der Nordhalbkugel. Interessanterweise, so Anderson, ist Bayer zwar nicht mal ein Anbieter von Dünger, aber falls Landwirte wegen Lieferproblemen weniger düngen, würden auch Ernten bei wichtigen Anbaupflanzen wie Mais zurückgehen. Der Haken: Auch Leute, die denken, Mais spiele für sie keine Rolle, könnten betroffen sein – immerhin landet Mais als Futtermittel in vielen tierischen Produkten. 'Wird Mais knapp, steigen die Preise für Fleisch, Eier, Milch – quasi das tägliche Frühstück', erklärt Anderson.
Das größere Bild? Lieferengpässe bei Produkten, die Gesundheit und Ernährung betreffen, machen das Leben grundsätzlich schwieriger, insbesondere im globalen Süden, wo Versorgungswege oft fragil sind. Anderson plädiert für möglichst reibungslosen Welthandel, auch wenn das naiv klingen mag. Krieg und politische Spannungen blockieren Lieferwege, das trifft Saatgut, Medizin, Dünger; alles lebenswichtige Waren. Unterm Strich bringt das kurzfristig selbst großen Agrarkonzernen nichts. Im Gegenteil: Wenn die Basisproduktion stockt, kaufen Bauern am Ende weniger Saatgut. Und Bayer? Die profitieren nicht, sagt Anderson deutlich. 'Nahrung und Heilung sind keine Verhandlungsmasse. Ohne funktionierende Handelswege wird es tatsächlich gefährlich.'
Im Zentrum der aktuellen Warnungen von Bayer steht die Straße von Hormus – ein Nadelöhr für weltweiten Düngemitteltransport. Rund ein Drittel aller stickstoffhaltigen Düngemittel passieren diese Wasserstraße, und die aktuelle Blockade angesichts des Iran-Konflikts bedroht die Versorgung ganzer Kontinente mit lebensnotwendigen Agrarprodukten. In aktuellen Meldungen wird zudem auf die Dringlichkeit verwiesen, globale Lieferketten zu schützen, denn niedrigere Ernten ziehen längere Probleme nach sich: von teureren Nahrungsmitteln bis zu Risiken für die Versorgung mit Fleisch und Milch. Neue Medienberichte betonen, wie die gestörten Düngemittelimporte geopolitische Effekte in Afrika und Asien verschärfen, manche Experten fordern daher von der EU und den USA gezielte Notfallmaßnahmen, um die landwirtschaftliche Produktion zu stabilisieren. Darüber hinaus haben Recherchen ergeben, dass erste Logistikunternehmen ihre Frachtrouten bereits anpassen, was vereinzelt für Preissteigerungen bei Lebensmitteln sorgt. Schwerpunkte auf Innovationen in der Landwirtschaft – verbesserte Sorten oder alternative Düngemittelquellen – werden nun besonders diskutiert.