Mit der neuen EU-Entscheidung, die iranische Revolutionsgarde auf die Terrorliste zu setzen, reagiert Europa auf jahrelange gewaltsame Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen durch das iranische Regime. Die Revolutionsgarde hat im Verlauf jüngster Protestwellen unzählige BürgerInnen getötet und traumatisiert; laut verschiedenen Menschenrechtsorganisationen könnten die tatsächlichen Opferzahlen sogar noch viel höher liegen als offiziell berichtet. Darüber hinaus signalisiert der Schritt – auch wenn so mancher ihn für längst überfällig hält – eine härtere Gangart der internationalen Gemeinschaft im Umgang mit Iran, was die politische und wirtschaftliche Isolation des Landes weiter vorantreiben dürfte. Nach aktuellen Recherchen hat die Einstufung der Revolutionsgarde als Terrororganisation bereits die Beziehungen zwischen der EU und dem Iran merklich verschärft; die iranische Regierung hat mit Drohungen und möglichen Gegenmaßnahmen reagiert. Zugleich debattieren Experten, ob das politische Signal tatsächlich zu konkreten Verbesserungen für die Betroffenen im Iran führen wird oder eher Symbolcharakter besitzt. Auch andere Länder wie die USA oder Kanada haben ähnliche Maßnahmen ergriffen und fordern seit Langem internationales Einvernehmen im Umgang mit Teheran.