Es knistert gewaltig zwischen Europa und den USA: Schon diesen Donnerstag soll in Brüssel ein außerordentlicher EU-Gipfel abgehalten werden – so zumindest der Plan, der gestern durchgesickert ist. Ob es dabei bereits zu handfesten Gegenzöllen kommen wird? Das bleibt abzuwarten, denn die Meinungen dazu gehen auseinander. Fest steht aber: Sollte mit Washington in den nächsten Tagen keine Einigung erzielt werden, könnten ab 6. Februar die schon länger im Raum stehenden Strafzölle von 93 Milliarden Euro gegen Produkte wie Bourbon, Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel einfach so in Kraft treten. Das Handelsabkommen mit den USA hängt in der Schwebe: Das EU-Parlament hat den Deal – ursprünglich sollte er US-Waren noch weiter erleichtern, während europäische Produkte mit 15 Prozent Zoll belegt worden wären – vorerst auf Eis gelegt. Bundeskanzler Friedrich Merz und andere EU-Staatschefs pochen auf Geschlossenheit, während Außenminister Johann Wadephul offen mit Gegenzöllen droht, falls Trump seine Linie nicht ändert. Auch die Sicherheitslage in Grönland ist Thema: NATO-Generalsekretär Rutte hat das direkt mit Trump diskutiert – offenbar gibt’s dazu noch Redebedarf.
Der anberaumte Sondergipfel der EU zeigt, wie ernst die Lage eingeschätzt wird. Bis zuletzt war unsicher, ob tatsächlich Gegenzölle in Kraft treten – die EU lässt sich aber ihre Souveränität nicht vorschreiben. Interessanterweise wird Grönland in dem Streit als geopolitischer Spielball betrachtet: US-Interessen an der Arktis verschärfen die Lage zusätzlich. Die Uneinigkeit innerhalb der EU über harte wirtschaftliche Schritte gegen die USA trifft auf neue sicherheitspolitische Spannungen. Laut aktuellen Recherchen auf führenden Nachrichtenseiten geben sich europäische Regierungen betont geschlossen und gesprächsbereit, doch hinter den Kulissen wachsen Nervosität und Skepsis. Mit Blick auf Zölle und die Verflechtung von Wirtschaft und Sicherheit nimmt der Streit überraschende Wendungen – der Sondergipfel könnte also nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern auch strategisch entscheidend werden.