Die Entscheidung der Bundesregierung, keine weiteren Ministerpräsidentenkonferenzen anzusetzen, sorgt weiterhin für Diskussionsstoff in der deutschen Politik. Die Debatte wurde durch die öffentliche Kritik von Manuela Schwesig angestoßen, die mangelnde Einbindung der Länder in Krisenentscheidungen monierte – insbesondere angesichts finanzieller Hilfsprogramme wie der umstrittenen 1.000-Euro-Prämie. Tatsächlich beklagen mehrere Länderchefs, dass der Bund oft an ihnen vorbei agiere; im Hintergrund steht ein größerer Streit um die föderalen Entscheidungsstrukturen und die Notwendigkeit, große gesellschaftliche Herausforderungen (wie Inflation, Energiepreise und Migration) gemeinsam statt im Alleingang zu stemmen. Nach aktuellen Berichten aus mehreren Medien nehmen die Länderchefs den Bund zunehmend in die Pflicht und diskutieren, ob die bisher etablierte Absprachekultur in Zeiten zahlreicher Krisen noch zeitgemäß ist. Regierungssprecher Kornelius betont hingegen, dass es ohnehin bereits ausreichend Gesprächsplattformen gäbe und zu viele Gipfeltreffen nicht automatisch bessere Lösungen hervorbrächten. Die Auseinandersetzung wirft grundlegende Fragen zur Zukunft des Föderalismus im Krisenmodus auf.