Manchmal braucht Fernsehen keine ausgefuchsten Tüfteleien, sondern lebt von einer simplen, fast kindlichen Idee: Fangen spielen – allerdings auf Promi-Niveau, bewaffnet mit Kameras, Ehrgeiz und vermutlich reichlich Übermut. Im bulgarischen Dickicht treffen acht mehr oder minder bekannte Gesichter auf ein ziemlich raues Regelwerk. Die einen müssen weglaufen (was in Fernsehstudios ja weniger spektakulär wirkte), die anderen dürfen jagen – vermutlich mit Herzklopfen, Matsch an den Stiefeln und kreisenden Kameradrohnen über dem Kopf. Gefangen bedeutet Rollentausch; Gefangensein bedeutet, am Ende sogar das Ausscheiden eines Gegners mitbestimmen zu dürfen. Der Clou: Wer als Gejagter am Ende durchhält, darf mitentscheiden, welcher Jäger fliegt – so kippt Macht ständig von Seite zu Seite. ProSieben-Chef Hannes Hiller trompetet durch den Äther, hier verschmölzen Survival, Nervenkitzel und „Hunger Games“-Vibes zu einer Prime-Time-Competition. Ein Konzept, das englische Fernsehmacher offenbar genauso überzeugt hat, denn parallel läuft das Format auch bei Channel 4 als „The Hunt: Prey vs Predator“. Vielleicht ist es gar nicht so absurd, dass sich erwachsene Promis gegenseitig durch die Wildnis scheuchen; vielleicht verbirgt sich darin sogar ein fast archaisches Bedürfnis. Wie dem auch sei – am 12. Mai gibt’s den Startschuss zur Doppeljagd.
ProSieben und Joyn schicken bei „The Hunt“ ab Mai acht Prominente in einen bulgarischen Wald, wo sie in wechselnden Rollen als Jäger oder Gejagte Fangen spielen – und damit um Sieg und Preisgeld kämpfen. Das Format stellt psychische und physische Belastbarkeit auf die Probe, die Dynamik entsteht durch ständigen Rollenwechsel und die Möglichkeit, am Ende Entscheidungen zu treffen, die den Verlauf maßgeblich beeinflussen können. Zusätzliche Details zeigen: Die UK-Version hatte bereits einen Start im März bei Channel 4, wo das Konzept als erfrischend anders und spannungsgeladen galt; in den aktuellen Diskussionen rund um Reality-TV werden Formate, die auf Elementen wie Überleben, Teamdynamik und plötzlichen Machtverschiebungen beruhen, als Trend gesehen – die Inszenierung im Wald gibt dem Ganzen das Flair eines modernen Abenteuers, das geschickt mit Voyeurismus und Echtheit spielt.