Feiertags-Streichung stößt auf breiten Widerstand

Die Idee, einen Feiertag zugunsten der Wirtschaft zu opfern, wird von den meisten Menschen in Deutschland abgelehnt – das zeigt eine neue Umfrage.

heute 00:03 Uhr | 4 mal gelesen

Es klingt beinahe wie ein klassischer Fall von „gut gemeint, aber schlecht angekommen“: Laut einer aktuellen Befragung von Forsa im Auftrag von 'Stern' und RTL kann sich nur eine kleine Minderheit von 21 Prozent der Deutschen mit der Streichung eines Feiertags anfreunden, während eine satte Mehrheit von 76 Prozent strikt dagegen ist. Interessant: Unter Erwerbstätigen, bei denen man vielleicht auf mehr Verständnis hoffen könnte, sind es sogar nur 16 Prozent, die dem Vorhaben etwas abgewinnen können – 82 Prozent sind eindeutig dagegen. Ob im Osten oder Westen: Fast überall herrscht ähnliche Skepsis. Parteienanhänger zeigen ein vergleichbares Bild. Ein Drittel der CDU/CSU-Anhänger würde vielleicht einen Feiertag opfern, aber selbst dort überwiegt das Nein. Besonders klar dagegen positionieren sich Menschen, die Die Linke oder die AfD wählen (bis zu 87 Prozent Ablehnung). Der Hintergrund bleibt: Die Suche nach Wegen aus der wirtschaftlichen Flaute. Einen Feiertag entfernen, heißt kurzfristig mehr Arbeitsstunden – aber tatsächlich, so fragen sich nicht wenige, löst das am Ende wirklich die strukturellen Probleme? Viele zweifeln. Völlig überraschend ist das nicht: Feiertage haben offensichtlich einen emotionalen, vielleicht sogar identitätsstiftenden Wert. Kurzum: Die Bereitschaft, sie einzutauschen, ist verschwindend gering.

Das Thema einer möglichen Abschaffung eines Feiertags erhitzt derzeit die Gemüter. Für die Bundesregierung scheint es eine schnelle Lösung, die Wirtschaft zu beleben – doch Umfragen zeigen, dass die Idee auf breite Ablehnung stößt. Experten zweifeln außerdem an der tatsächlichen Effektivität eines solchen Schrittes: Feiertage sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell verankert, und könnten langfristig sogar zu niedrigeren Arbeitsmotivation führen. Neuere Artikel auf Nachrichtenportalen wie SPIEGEL, ZEIT und FAZ berichten ebenfalls von einer anhaltenden Kontroverse und stützen sich oft auf die aktuellen Umfragedaten. Die Sorge vieler Bürger: Mehr Arbeitstage lösen keine tiefgreifenden ökonomischen Probleme und könnten die angespannte gesellschaftliche Stimmung weiter verschärfen. Außerdem weist die Mehrheit darauf hin, dass Erholung, Familienzeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt durch die Streichung eines Feiertags leiden würden. Besonders im internationalen Vergleich – wo viele Staaten ihre Feiertage sogar ausweiten – wirkt die Maßnahme wenig innovativ.

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