Na, das hatte niemand auf dem Zettel: Zwei Stunden hielt ein wildes Gewitter das Stadion in Atem, die Tribünen mussten geräumt werden – und statt Fußball dominierten Blitze und prasselnder Regen die Szenerie. Nach dieser absurden XXL-Pause betraten die Spieler erneut den Platz, spürbar angespannt, als hinge alles an diesem einen Spiel. Die Franzosen jedoch wirkten davon kaum beirrt: Mit Schwung und Präzision setzten sie den Irak von Beginn an unter Druck, Mbappé eröffnete die Tore-Show schon in der 14. Minute – ein Schuss wie ein Paukenschlag ins Netz. Kurz danach verschaffte eine Trinkpause zwar etwas Luft, doch der Irak, wenn ich ehrlich bin, agierte mehr wie ein bemühter Verteidiger denn als Angreifer.
Nach der kuriosen Pause griff Frankreich wieder an – ein kapitaler Fehler des irakischen Keepers, gefolgt von Dembélés cleverem Zuspiel, und Mbappé schob locker zum 2:0 ein. Als Dembélé wenig später selbst einnetzte, war die Partie fast schon entschieden. Die Iraker zeigten hin und wieder Herz, den Franzosen aber fehlte es weder an Entschlusskraft noch an Kreativität. So wird dieser Abend wohl weniger wegen spielerischer Glanzlichter als wegen der skurrilen Kombination aus Himmelsdrama und französischer Dominanz in Erinnerung bleiben. Gruppenführung fast sicher – für den Irak dagegen wird’s Richtung K.o.-Phase eng, sehr eng.
Frankreichs souveräner 3:0-Erfolg im von einem heftigen Gewitter begleiteten WM-Spiel gegen den Irak gilt jetzt schon als eins der außergewöhnlichsten Gruppenspiele dieses Turniers. Neben dem bemerkenswerten Wetterumschwung bestimmten spielerische Highlights von Mbappé und Dembélé die Begegnung; der Irak hingegen tat sich schwer, überhaupt gefährlich vor das französische Tor zu kommen. Interessant dabei: Die Auswirkungen solcher Wetterunterbrechungen auf den Turnierkalender sind nicht zu unterschätzen – bereits in der Vergangenheit gab es einzelne Hinweise darauf, dass längere Spielunterbrechungen die Dynamik einer Partie erheblich verschieben und das Momentum für Mannschaften wie den Irak zusätzlich erschweren. Zuletzt wurde auch öffentlich über mögliche Verbesserungen im Krisenmanagement der FIFA und neue Sicherheitsprotokolle diskutiert, da der Vorfall die Abläufe für Spieler, Trainer und Zuschauer gleichermaßen erheblich durcheinanderwirbelte.