Franz Müntefering, Ex-SPD-Vorsitzender und früherer Vizekanzler, spricht sich ausdrücklich dafür aus, ein AfD-Verbotsverfahren auf den Weg zu bringen. Er stützt sich auf die Argumentation, dass die Partei mit ihrer Haltung zu Migration und Ausländerfeindlichkeit zentrale Werte des Grundgesetzes, insbesondere die Menschenwürde, unterminiere – und sieht aus diesem Grund eine klare Pflicht für die demokratischen Parteien. Recherchen zeigen, dass zuletzt die Debatte um ein Parteienverbot der AfD Fahrt aufgenommen hat, vor allem nachdem auch Innenpolitiker:innen und verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen auf eine Gefährdung der Demokratie durch Rechtsextremismus hingewiesen haben; zudem wird von juristischen Fachleuten häufig betont, dass die Voraussetzung für ein erfolgreiches Parteiverbot, nämlich eine nachgewiesene aktiv kämpferische, aggressiv-demokratiefeindliche Grundhaltung, schwer zu belegen ist. In Medienberichten wurden zuletzt Verbindungen zwischen AfD-Mitgliedern und rechtsextremen Gruppierungen sowie umstrittene AfD-Äußerungen zum Thema Remigration thematisiert, was die Diskussion um die Verfassungsfeindlichkeit der Partei verstärkte. Die Aussicht auf ein tatsächliches Verbot gilt dennoch als rechtlich wie politisch herausfordernd, da das Bundesverfassungsgericht in der Vergangenheit hohe Hürden an ein Parteienverbot gelegt hat.