Fressnapf-Erfinder sieht Vorteile in Private-Equity-Partnerschaft

Torsten Toeller, Gründer des Haustierbedarfshändlers Fressnapf, rät Familienunternehmen zur Zusammenarbeit mit Private-Equity-Investoren – sofern die Umstände und der Partner passen.

heute 07:20 Uhr | 2 mal gelesen

Zwei Jahre nach dem Einstieg von Cinven als Minderheitsgesellschafter bei Fressnapf blickt Toeller überraschend gelassen und sogar optimistisch zurück: 'Für uns war das rückblickend der richtige Schritt. Ich kann es empfehlen,' zitiert ihn das 'Handelsblatt'. Natürlich waren die Anfänge holprig, kein Wunder – niemand jubelt spontan über Investoren aus der Finanzbranche. 'Die Verunsicherung war groß, wir mussten viel erklären,' gibt Toeller zu. Cinven halt mit etwa 15 Prozent kleinere Anteile – nimmt aber strategisch Einfluss. Im Zuge des Wandels fielen 200 bis 250 Stellen in der Zentrale weg, was laut Toeller aber vor allem am Wechsel zu einer dezentraleren Organisation lag und nicht an plumpem Personalabbau. Die eigentliche Motivation sei nicht das Sparen gewesen, sondern Fokus, Tempo und klare Strukturen – das bringe der Investor mit. Ein Beispiel? Der viel beworbene GPS-Tracker für Hunde war wirtschaftlich eben kein Renner, also wurde konsequent gestoppt. Unterm Strich scheint das harte Controlling sich zu lohnen: Der Betriebsgewinn stieg im letzten Jahr um satte elf Prozent auf 380 Millionen Euro. Im September will Fressnapf in Frankreich den 3.000. Markt eröffnen, langfristig sind jährlich mehr als 150 neue Filialen geplant – in Deutschland sollen es pro Jahr etwa 20 sein. Und die generelle Empfehlung von Toeller: Private Equity ja, aber nicht als Notlösung, und immer mit Partnern, die tatsächlich passen.

Torsten Toeller, Gallionsfigur und Gründer von Fressnapf, wertet den Einstieg des Investors Cinven nach zwei Jahren als sichtbar positives Erlebnis, trotz Anfangsschwierigkeiten und großer Skepsis in der Belegschaft. Die Partnerschaft führte zu Veränderungen in der Organisationsstruktur – der Wegfall von 200 bis 250 Arbeitsplätzen wurde durch eine Dezentralisierung der Zentrale begründet und nicht als Kostenschnitt verkauft. Entscheidender als kurzfristige Einsparungen sei laut Toeller, dass Cinven Geschwindigkeit, Klarheit und Disziplin in Entscheidungsprozesse bringe, was sich im deutlichen Gewinnzuwachs und ambitionierten Expansionsplänen manifestiert. Aus tagesaktuellen Presseberichten (z.B. auf www.handelsblatt.com und finance-magazin.de) geht zudem hervor, dass Fressnapf nun aktiv mit neuen digitalen Produkten experimentiert und auch in den nächsten Jahren konsequent expandieren will. Die Marktbeobachter kommentieren die Entwicklung insgesamt als Beispiel für die erfolgreiche Kombination von mittelständischer Unternehmenskultur und Kapitalbeteiligung – zumal Toeller selbst offensiv für eine Partnerschaft mit der richtigen Private-Equity-Gesellschaft wirbt.

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