Friedrich Merz sprach am Mittwoch im Bundestag ungewohnt offen über die militärische und wirtschaftliche Situation der Bundesrepublik. Er betonte, Deutschland sei in Europa nur dann ein starker Akteur, wenn es auch selbst innerlich stabil und verteidigungsbereit sei. 'Stark zu sein, das bedeutet in diesen Zeiten zweierlei: Zum einen braucht es eine florierende Wirtschaft, sichere Jobs – aber eben auch eine eigene Verteidigungsfähigkeit.' Merz legte dabei einen Finger in die Wunde, als er ergänzte: 'Ich sage ganz bewusst: 'verteidigungsfähig werden', denn aktuell sind wir es schlichtweg nicht mehr.' Seine wichtigsten Forderungen klingen fast kämpferisch: Jetzt müsse man sämtliche Energie und Konzentration darauf richten, das Land in diesen Punkten zu stärken. Die Verantwortung dafür sieht Merz nicht nur beim aktuellen Kabinett; er macht keinen Hehl daraus, dass viele Missstände, die Deutschland heute lähmen, hausgemacht seien. Das Positive: Genau darin sieht er aber auch die Möglichkeit zur Besserung – Probleme, die selbst verursacht wurden, können durch eigenen Willen auch wieder gelöst werden. Natürlich, nicht jeder glaubt an einen schnellen Wandel. Merz lässt aber keinen Zweifel: 'Jetzt ist die Zeit, die Ärmel hochzukrempeln.' Hin und wieder klingen seine Worte fast so, als ringe er selbst mit Zweifeln, ob wirklich alle in Politik und Gesellschaft zur Umkehr bereit sind.
Merz’ Kritik ist vor allem angesichts internationaler Krisen und wachsender Unsicherheit innerhalb der NATO und der EU zu verstehen. Er fordert den Wiederaufbau von Wehrhaftigkeit und betont die Verbindung zwischen wirtschaftlicher Stärke und militärischer Sicherheit – eine Sicht, die derzeit verbreitet ist, etwa angesichts des Ukraine-Kriegs oder der Debatten um ein erhöhtes Verteidigungsbudget. In jüngsten Interviews wird zudem der schleppende Fortschritt bei der Modernisierung der Bundeswehr und die öffentliche Debatte um Wehrpflicht oder Bürgerservice wieder verstärkt diskutiert. Erstaunlich: Die Unsicherheit zieht sich längst durch breite Gesellschaftsschichten; aktuelle Umfragen zeigen, dass die Unzufriedenheit mit der deutschen Sicherheitspolitik wächst. Weitere Stimmen aus Politik und Experten betonen, dass eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit nicht zuletzt eine Frage politischer Prioritäten und Kommunikation sei.