Gamer:innen werden zu Schöpfer:innen: Ein Drittel gestaltet aktiv Spiele mit

Berlin – Videospiele eröffnen nicht bloß fantastische Welten, sondern lassen Millionen Menschen gleich selbst zu Weltenbauer:innen werden. Statt bloß zu konsumieren, basteln und programmieren viele Gamer:innen an Outfits, Levels oder gleich an ganzen Abenteuern – die Community wirbelt die Grenzen zwischen Spielenden und Entwickler:innen inzwischen ordentlich durcheinander. Namenhafte Titel wie 'Fortnite' oder 'Minecraft' leben längst von diesem kreativen Input, der sogar in Deutschland schon 14 Millionen Tüftler:innen mobilisiert. Besonders die Jüngeren stürzen sich mit Feuereifer ins Getümmel: Über die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen erstellt eigene Inhalte, und fast ebenso viele probieren Fremd-Kreationen aus.

heute 11:51 Uhr | 2 mal gelesen

Man könnte behaupten: Noch nie war der Sprung vom Spieler zum Entwickler so kurz wie heute. Der berüchtigte 'User-Generated Content' – also Bastel-, Bau- und Programmierprojekte aus der Community – hat die Games-Kultur regelrecht revolutioniert. Aus ganz normalen Modder:innen wurden Visionär:innen: Einige der größten Hits der jüngeren Spiele-Geschichte, beispielsweise 'Counter Strike' oder 'League of Legends', hatten einst als passionierte Fanprojekte begonnen. Die Branchenriesen haben das Prinzip längst verstanden: Sie liefern mittlerweile offizielle Werkzeuge mit, sodass Spieler:innen ihre Kreativität hemmungslos ausleben dürfen – manchmal mit Blick auf Ruhm, manchmal sogar mit Nebenverdienstchancen. Felix Falk vom deutschen Games-Verband sagt dazu wenig überraschend, dass kaum ein anderes Medium diesen Grad an Mitmachkultur ermöglicht. Fans schrauben an spielerischen Details, testeten und sprengten Grenzen und sorgten dafür, dass innovative Ideen überhaupt das Licht der Welt erblickten. Manche Spiele, die heute jeder kennt, gäbe es in ihrer Form ohne den Input der Community wohl gar nicht. Warum machen all die Menschen das? Der Drang zur Kreativität ist sicherlich zentral: Zwei von drei, die bereits Inhalte erstellt haben oder es künftig vorhaben, nennen genau diesen Grund. Auch der Wunsch, die Spielwelt ganz persönlich zu gestalten, spielt bei 61 Prozent mit rein – und für fast genauso viele zählt die Freude, das Erlebnis für sich und andere Spieler zu verbessern. Viele entdecken darin einen künstlerischen Ausdruck ihrer selbst, und nicht wenige benutzen diese Möglichkeiten, um ihre technischen Skills (Programmierkenntnisse und Co.) voranzutreiben. Achja: Für ein gutes Drittel zählt tatsächlich auch der Verdienstaspekt. Mit der weiteren Professionalisierung von Community-Kreationen gewinnen immerhin die Spielenden an Einfluss – und das alles in einer Branche, die sich bislang selten um so viel polternde Mitgestaltung gesorgt hat. Die Zahlen? Sie stammen aus einer Online-Befragung von über 2000 Menschen Anfang November 2025. Repräsentativ, sagt YouGov, ab 16 Jahren. Der Branchenverband 'game' bündelt dabei noch mehr als nur Zahlen: Er sitzt an der Schnittstelle zwischen Studios, Öffentlichkeit und Politik, prägt Events wie die gamescom und tritt für Medienkompetenz und Marktinteressen bundesweit auf. Wer mehr wissen will, sucht besser mal nach den Kontaktdaten direkt beim Verband. Ich habe sie, ehrlich gesagt, nie gebraucht – aber manchmal stößt man in solchen Telefonaten unerwartet auf Ideen für das nächste Spielerlebnis.

Die Mitmachkultur in der Games-Branche wächst stetig – insbesondere die jüngere Generation von Spielenden möchte nicht mehr nur spielen, sondern auch eigene Inhalte schaffen und teilen. Community-basierte Plattformen wie 'Roblox' und 'Minecraft' florieren dabei gerade durch diesen unbändigen Strom an digitalen Eigenkreationen. Inzwischen werden Tools für kreative Mitgestaltung sogar gezielt in neue Spiele integriert, die Monetarisierung von Fan-Inhalten nimmt ebenfalls zu – etwa durch Marktplätze und In-Game-Shops. Forscher:innen sehen darin auch einen Weg, Medienkompetenz, Programmier-Fähigkeiten und kollaborative Arbeit unter Jugendlichen zu fördern. Zudem zeigt die aktuelle deutsche Diskussion, dass der Austausch zwischen Entwicklerstudios und Community weiter intensiviert werden soll, nicht zuletzt weil Spiele mit offenen Kreativmöglichkeiten länger beliebt bleiben und innovativer wachsen.

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