Digitale Gewalt ist in den vergangenen Jahren mit dem technischen Fortschritt immer vielschichtiger und erschreckender geworden – ein Problem, das keineswegs nur abstrakt oder selten ist. Das Bundesjustizministerium unternimmt nun einen Vorstoß, um Persönlichkeitsrechte wirksamer zu schützen und neue Formen digitaler Übergriffe klar zu sanktionieren. Hintergrund dafür sind zahlreiche Fälle von Deepfakes, Upskirting und digitaler Überwachung, die Opfer nachhaltig traumatisieren können: So stellte etwa die Polizeiliche Kriminalstatistik einen deutlichen Anstieg digitaler Straftaten im sexualisierten Kontext fest – besonders junge Frauen und Minderjährige sind betroffen. Die öffentliche Debatte zum Thema ist in vollem Gange, nicht zuletzt, seit mehrere Gerichtsverfahren in Deutschland verdeutlichten, dass existierende Gesetze bislang zu schwach greifen oder in manchen Fällen schwer anwendbar sind. In aktuellen Recherchen wird auch das europäische Ausland betrachtet: Frankreich und Großbritannien haben bereits ähnlich umfassende Gesetze auf den Weg gebracht, wobei Deutschland nun gezielt nachzieht. Parallel wächst der Ruf nach gesellschaftlicher Aufklärung, etwa über den Umgang mit KI-generierten Bildern, und nach technischer Prävention gegen Deepfake-Verbreitung.