Ein internes Dokument, bislang nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt, wirft ein Licht auf die Strategien des Auswärtigen Amtes im anhaltenden Grönland-Konflikt. Wie der 'Spiegel' berichtet, wird darin aufgelistet, welche Marschrichtung Deutschlands Vertretung in Brüssel aktuell verfolgen soll. Sonntagabend war Brüssel offenbar wieder Krisenzentrale – die EU-Botschafter schoben eine Sonderschicht. Entscheidender Punkt in dem Papier: Falls die USA wirklich Ernst machen und ihre Drohungen gegen europäische Interessen in Grönland umsetzen, müsse man einen Handelskonflikt einkalkulieren. Deutschlands Haltung? Standhaft bleiben, heißt es – bloß nicht klein beigeben vor Trumps Lautstärke. Unter die Lupe genommen werden dabei auch die eigenen Mittel im Arsenal: Das sogenannte Anti-Coercion Instrument steht als Option auf der Liste, quasi als letzte Patrone im Lauf. Aber: Vorsicht, kein übereiltes Feuerwerk. Die Reaktion müsse gut abgewogen werden, um Entschlossenheit zu demonstrieren, jedoch ohne selbst mit Benzin ins Feuer zu gießen. Schließlich wäre das Einschalten des Instruments eine ziemlich deutliche Ansage. Interessant übrigens, dass Kanzler Friedrich Merz bislang auffällig schweigsam bleibt, was direkte Gegenmaßnahmen betrifft. Vielleicht sucht er noch nach der richtigen Tonlage – oder wägt einfach bloß ab.
Die Bundesregierung zeigt angesichts der US-Drohgebärden im Grönland-Streit vorsichtig ihre Zähne: Sollte Washington tatsächlich eskalieren, steht als extremes Mittel auch das Anti-Coercion Instrument auf dem Tisch. Dieses EU-Instrument wurde ausgearbeitet, um gezielt gegen Zwangsmaßnahmen von Drittstaaten vorzugehen. Vor wenigen Wochen erst haben Experten betont, wie wichtig eine starke handelspolitische Antwort auf Druck von außen ist – und auch Frankreich und andere EU-Staaten drängen mittlerweile auf ein geschlossenes Auftreten. Es ist nicht das erste Mal, dass transatlantische Verwerfungen um Grönland aufflammen; die rohstoffreiche Insel ist längst ein geopolitischer Zankapfel. Hintergrund ist die strategische Bedeutung Grönlands für Rohstoffgewinnung, Energiepolitik und Militärpräsenz im Nordatlantik. Neuere Recherchen zeigen, dass hinter den Kulissen intensiv verhandelt und abgestimmt wird, wobei Deutschland explizit eine konsistente und demonstrativ ruhige Linie einfordert, um eine offene Eskalation mit den USA vorerst zu vermeiden.