Mit offenen Augen an der Adria: Urlauber helfen Delfinen auf ihre Weise

München – Rechtzeitig zur Feriensaison ruft die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. Menschen auf, die ans kroatische Meer reisen, Delfine nicht nur zu bewundern, sondern Beobachtungen aktiv per App zu melden. Wer dazu bereit ist, kann sogar zum Schutz der bedrohten Großen Tümmler beitragen – und sollte sich beim Zusammentreffen an ein paar wichtige Regeln halten.

heute 17:25 Uhr | 3 mal gelesen

Das Meer glitzert, eine sanfte Brise spielt über das Wasser – und dann, fast wie ein Geschenk, taucht plötzlich eine Delfin-Flosse auf. Solche Begegnungen hinterlassen Spuren. Nur: Vielen ist nicht bewusst, wie bedroht diese zauberhaften Tiere inzwischen sind. Statt früher Tausender leben in den Weiten der kroatischen Adria laut Schätzungen gerade mal noch ein knappes Drittel. Wer Delfine sieht, hält das in einer eigens dafür entwickelten App fest und liefert damit entscheidende Daten für ihren Schutz. Nicht kompliziert: Standpunkt, Zeit, Anzahl der Tiere, ein paar Stichworte zum Verhalten – und idealerweise vielleicht ein Foto. Klingt nach Citizen Science und ist es auch. Die Infos fließen in eine größere Datenbank, landen bei der Internationalen Walfangkommission und unterstützen Forschende, die Lebensräume verstehen und schützen wollen. Doch tatsächlich geraten die letzten Adria-Delfine auch durch den wachsenden Bootsverkehr immer mehr unter Druck. Rabiates Annähern, Kreisen mehrerer Ausflugsboote um die Tiere: All das verursacht Stress und manchmal sogar Verletzungen. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine versucht daher, nicht nur Daten zu sammeln, sondern setzt sich konsequent für Verhaltensregeln zum sanften Whale-Watching ein: Abstand halten, nicht verfolgen, Motor langsam laufen lassen – eigentlich Commonsense, aber leider nicht immer selbstverständlich. Ganz ehrlich: Wer Urlaub an der kroatischen Küste macht, kann mit Kleinigkeiten helfen, damit vielleicht auch die Kinder unserer Kinder noch Delphine in freier Wildbahn erleben dürfen. Mehr zur App und den Empfehlungen gibt’s online beim Verein. Kontaktmöglichkeiten ebenso, falls jemand gleich mitmachen möchte.

Die Population der Großen Tümmler in der kroatischen Adria ist mittlerweile stark dezimiert; schätzungsweise gibt es nur noch etwa 250 bis 300 Tiere. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. engagiert sich gemeinsam mit kroatischen Wissenschaftler:innen, um mittels einer Sichtungs-App Daten zu sammeln – insbesondere zu Verbreitung, Verhalten und Bedrohungen wie Beifang und Schiffskollisionen. Zusätzliche Herausforderungen sind die Zunahme des Bootsverkehrs, rücksichtslose Delfinbeobachtungstouren und Verletzungen durch Propeller, weshalb klare Verhaltensregeln und das Engagement der Bürger:innen unverzichtbar sind. AKTUELL: Laut mehreren Medienberichten bleibt der Schutz mariner Lebensräume in der Adria ein zentrales Thema, wobei die Verbindung von Tourismus, Forschung und Naturschutz neue Formen von Bürgerbeteiligung ermöglicht. Regionen wie Istrien und die Kvarner Bucht nutzen vermehrt digitale Tools, um den Dialog zwischen Urlaubern und Naturschutzorganisationen zu fördern. Initiativen für meeresfreundlichen Tourismus und verstärkte Zusammenarbeit zwischen deutschen und kroatischen NGOs sorgen für verstärkte Aufmerksamkeit auf den Erhalt gefährdeter Arten und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

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