Vieles deutet auf einen spannenden Wahlkrimi am 22. März in Rheinland-Pfalz hin. Laut einer repräsentativen Umfrage, die Infratest dimap diese Woche im Auftrag der ARD durchführte, trennen CDU (29 Prozent) und SPD (28 Prozent) lediglich ein Prozentpunkt. 2021 war der Abstand noch deutlicher, die SPD landete damals bei über 35 Prozent. Die AfD ist mit einem Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber der letzten Wahl auf beachtliche 19 Prozent gestiegen und beansprucht damit eine neue Rolle im politischen Gefüge. Die Grünen kommen mit 8 Prozent nur knapp an ihr Ergebnis von vor drei Jahren heran, die Freien Wähler haben Schwierigkeiten, die 5-Prozent-Hürde zu knacken, und die FDP fällt mit knapp 3 Prozent sogar durchs Raster.
Nicht minder interessant: 73 Prozent der Befragten haben ihre Wahlentscheidung bereits getroffen. Doch 12 Prozent schwanken noch, und rund 15 Prozent geben offen an, eventuell gar nicht wählen zu gehen. Das macht die Sache natürlich noch unvorhersehbarer.
Beim Thema Regierungsbildung: Ein knappes Rennen auch hier. 35 Prozent sprechen sich für eine SPD-geführte Landesregierung aus, 32 Prozent wollen lieber die CDU am Ruder sehen. Die AfD präferieren inzwischen 21 Prozent – das ist einerseits überraschend, andererseits ein Spiegel aktueller bundesweiter Trends. Fragt man nur nach SPD oder CDU als Regierungsparteien, teilen sich die Vorlieben exakt (jeweils 36 Prozent), während ein knappes Drittel unschlüssig bleibt.
Bei der fiktiven Direktwahl gewinnt SPD-Mann Alexander Schweitzer gegen CDU-Herausforderer Gordon Schnieder gelassen: 38 Prozent würden Schweitzer ihre Stimme geben (bei einer Auswahl nur zwischen den beiden steigen die Zustimmungswerte sogar leicht), während für Schnieder nur jeder Fünfte wärmt wird. Der Rest? Ziemlich ahnungslos, unentschlossen oder schlicht desinteressiert.
Zufriedenheit mit der aktuellen Regierung ist ausbaufähig. 46 Prozent zeigen sich zufrieden, fast genauso viele äußern Unzufriedenheit. Ähnlich durchwachsen sind die Urteile über die Kandidaten und Spitzenpolitiker der Parteien, wobei auffällig viele Menschen die Namen einfach nicht kennen oder kein Urteil abgeben können.
Die ARD betont, dass diese Zahlen kein Orakel für die tatsächliche Wahl liefern. Sie bilden nur eine Wetterlage ab – und wie das mit Stimmungen so ist, sie ändern sich gern noch, wenn der Termin schließlich da ist.
Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz steht vor der Tür und die politischen Vorzeichen könnten kaum knapper sein: CDU und SPD liegen nahezu gleichauf, beide profitieren leicht im Vergleich zum Februar, während insbesondere die AfD mit 19 Prozent deutlich zulegt. Die Grünen stagnieren, FDP und Freie Wähler kämpfen weiter um die Mandatsschwelle. Spannend bleibt die hohe Quote an Unsicheren und potenziellen Nichtwählern. Besonders bemerkenswert: Trotz der gestiegenen AfD-Unterstützung und der abnehmenden Bekanntheit vieler Spitzenkandidaten bleibt der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer der beliebteste Kandidat für das Amt, während rund 56 Prozent der Bevölkerung sich bei manchen Kandidaten noch nicht festgelegt haben oder sie schlicht nicht kennen. Bemerkenswerterweise spiegelt sich das allgemeine Stimmungsbild auch in anderen Bundesländern wider, wo eine politische Unsicherheit und Fragmentierung deutlich zunimmt. Auffällig in der aktuellen Berichterstattung: Themen wie die Unzufriedenheit mit Regierungsarbeit, der wachsende Einfluss der AfD und eine grundsätzliche Skepsis gegenüber den etablierten Parteien bleiben bundesweit hochrelevant. Laut einem Artikel auf taz.de gibt es aktuell in mehreren Bundesländern einen ähnlichen Trend zu knappen Rennen zwischen den etablierten Parteien, während die AfD von wirtschaftlichen Unsicherheiten profitiert (Quelle: [taz.de](https://taz.de)). In den aktuellen politischen Debatten spiegeln sich zudem landesspezifische Themen wie Bildung, Migration und Infrastruktur, die die Wahlentscheidungen beeinflussen (Quelle: [spiegel.de](https://www.spiegel.de)). Darüber hinaus zeigen Nachbarländer eine Zunahme der politischen Fragmentierung in ähnlicher Weise, was auf eine Verschiebung der Wählerpräferenzen im gesamten Bundesgebiet hindeutet (Quelle: [deutschland.de](https://www.deutschland.de)).