Grüne kritisieren geplante Einsparungen bei Kinder- und Jugendhilfe

Misbah Khan, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, äußert scharfe Bedenken zu möglichen Kürzungen im Kinder- und Jugendhilfebereich vor der Ministerpräsidentenkonferenz.

heute 09:01 Uhr | 1 mal gelesen

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat Misbah Khan das geplante Sparvorhaben der Bundesregierung an die Wand genagelt. "Was als effizienter Ressourceneinsatz angepriesen wird, ist nichts anderes als ein spitzfindiges Sparprogramm auf dem Rücken der Verletzlichsten unserer Gesellschaft – Familien, Alleinerziehende, Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderung", so Khan gegenüber der 'Rheinischen Post'. Das soll effizient sein? Eher ist es ein Sparernstfall. Denn vielerorts pfeifen die Strukturen schon jetzt aus dem letzten Loch. Wenn die Finanzierung schon seit Jahren nicht reicht, lässt sich das durch weitere Streichlisten kaum auffangen. "Wer unsere soziale Infrastruktur weiter abschwächt, dreht die Abwärtsspirale nur schneller," gibt Khan zu bedenken. Stattdessen fordert sie substanzielle Veränderungen: weniger Papierkram, eindeutige Verantwortlichkeiten, Schulen, die tatsächlich für alle offen sind, eine robuste Kinder- und Jugendhilfe und vor allem – Kommunen, die auf solides Fundament bauen können. Genau um diese Punkte wird nun auch auf höchster Ebene gerungen: Wenn am Donnerstag die Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin zusammentritt, stehen besonders die finanziellen Entlastungen der Kommunen im Sozialen zur Debatte. Brisant dabei: Die Bundesregierung plant mit einer Gesetzesnovelle zu Jugendhilfe und Eingliederungshilfe den Rotstift anzusetzen und so Gelder einzusparen.

Die ständige Debatte um die Kinder- und Jugendhilfe gewinnt mit den geplanten Kürzungen der Bundesregierung erneut an Brisanz. Stimmen wie die von Misbah Khan machen deutlich, dass Sparmaßnahmen gerade im Sozialwesen langfristige Probleme verschärfen und gesellschaftliche Gräben vertiefen könnten. Es gibt Anlass zur Sorge, wenn ausgerechnet Menschen in prekären Situationen – die eigentlich Unterstützung benötigen – von knappen Etats betroffen sind. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Anforderungen an inklusive Bildung und Förderung mehren sich kritische Stimmen, dass eine rein ökonomische Betrachtung der Sozialausgaben zu kurz greift. In den letzten 48 Stunden haben mehrere große Medienhäuser ebenfalls über ähnliche Entwicklungen berichtet: SPD und andere Oppositionsparteien warnen vor sozialen Verwerfungen, sollten die geplanten Sparvorhaben durchgesetzt werden. Außerdem berichten Kommunalverbände über bereits bestehende Belastungen und fordern eine grundlegende Neuaufstellung der Finanzierung von Kinder- und Jugendhilfe. Ungeachtet dessen hält die Bundesregierung an Reformabsichten fest und verweist auf strukturelle Einsparpotenziale, die jedoch bislang nur abstrakt benannt werden. Mehr Hintergründe zeigen: Der politische Streit um soziale Ausgaben und gesellschaftliche Teilhabe ist kein neues Thema, doch die zugespitzte Wirtschaftslage macht die Kontroverse diesmal besonders akut.

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