Wenn sich Parlamente neu sortieren, bleibt eigentlich niemand so ganz unberührt. Franziska Brantner, die sich bei den Grünen inzwischen so etwas wie als Anwältin der offenen Gesellschaft versteht, findet deutliche Worte: Der Liberalismus in Deutschland, sagt sie sinngemäß, kratzt derzeit ziemlich an der Kurve. Besonders ins Auge fällt ihr die aktuelle Vierer-Konstellation in den Landtagen – CDU, Grüne, SPD und AfD – da verändern sich, mal ganz ehrlich, die Spielregeln spürbar.
Brantner argumentiert: Es müsse ein gemeinsames Interesse bestehen, dass liberale Demokratien nicht erodieren. Damit meint sie: Der Staat soll keinesfalls alles übernehmen und Bürger dürfen an Verantwortung ruhig wachsen. Früher hat schon Cem Özdemir bei den Liberalen nach Verbündeten gesucht, jetzt macht auch sie kein Geheimnis daraus. Sie richte ihre Hand an ehemalige FDP-Wähler, ganz ohne Scheu.
(Ein persönlicher Einwurf: Es fühlt sich tatsächlich an, als ob mit der FDP mehr als nur eine Partei abhandenkommt. Vielleicht ein Stück von dem, was das politische Mosaik lange bunt gemacht hat.)
Franziska Brantner von den Grünen wirbt gezielt um die Gunst enttäuschter FDP-Wähler, nachdem die FDP die Landtage in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verlassen musste. Sie betont die Bedeutung einer starken liberalen Demokratie in Zeiten gravierender politischer Verschiebungen – insbesondere, weil die Parlamente aktuell überwiegend nur noch aus CDU, Grünen, SPD und AfD zusammengesetzt sind. Laut Recherchen der letzten 48 Stunden zeigen Analysen in Medien wie Spiegel.de und Zeit.de, dass Frustration unter liberal eingestellten Wählern wächst, einige sich den Grünen zuwenden, andere gar politische Heimatlosigkeit beklagen. Neue Einschätzungen beleuchten auch, dass die Grünen mit ihrer Offenheit auf Wählerfang in der politischen Mitte gehen, wenngleich sie dabei nicht alle überzeugt.