Handwerk sucht Anschluss: Wie Liborio Manciavillano Social Media zum Überlebensfaktor macht

Solingen – Werkstätten surren, Auftragsbücher sind voll – und doch läuft im Hintergrund längst ein anderes Wettrennen: Wer digital nicht sichtbar ist, verpasst die nächste Generation von Kunden und Talenten. Soziale Medien sind im Handwerk kein modisches Beiwerk mehr, sondern ein Esslöffel im Survival-Kit. Aber wie viel Durchschlagskraft steckt wirklich dahinter?

heute 14:54 Uhr | 2 mal gelesen

Wer heutzutage ein Handwerksunternehmen führt, findet sich plötzlich in einer neuen Realität wieder: Es reicht nicht mehr, den eigenen Werkzeugschrank zu hüten und den traditionellen Kundenstamm zu versorgen. Während die Werkbank noch poliert wird, streunen potenzielle Kunden – und noch wichtiger, Bewerber – längst durchs Internet, vergleichen Fotos, lesen Bewertungen und entscheiden oft schon digital, ob sie sich überhaupt melden. HWS-Gründer Liborio Manciavillano stellt trocken fest: 'Wer den eigenen Internetauftritt vernachlässigt, verschwindet einfach – für Auftraggeber und Fachkräfte.' Früher half der lokale Klatsch, heute zählen Google-Sterne und die Geschichte, die ein Betrieb online erzählt. Er selbst hat dies in seinem Betrieb schmerzlich gespürt und dann die Konsequenzen gezogen: Aus Unsichtbarkeit wurde Strategie. Keine Blender-Politur, sondern ehrliche Einblicke aus dem Alltag, mit echten Gesichtern und Fehlern. Genau das bringt er heute anderen Handwerksbetrieben näher – nicht aus der Marketingschublade, sondern aus der Praxis heraus. Social Media, so simpel es klingt, ist für ihn Führungstool, Filter und Kontaktmagnet in einem – vorausgesetzt, man macht’s mit Struktur und Herzblut. Ein spannendes Detail: Menschen trauen dem, was sie sehen. Wo Handwerksbetriebe ihre echten Bauprojekte, Teamaktionen oder offene Pannen teilen, entsteht Nähe. Authentische Posts werden zum digitalen Händedruck. Der Vorteil: Die Betriebe ziehen nicht jeden x-beliebigen Kunden an, sondern die Richtigen – und die meisten Preisdiskussionen erledigen sich wie von selbst. Manciavillano sagt trocken: 'Jede Woche eine Handwerksgeschichte posten, ehrlich und ungeschönt – das genügt oft schon.' Ein anderes Feld, mindestens so relevant: Fachkräfte. Gerade junge Leute gucken erst im Web, bevor sie sich bewerben. Sie suchen nach einem Betrieb mit Charakter, nicht nach Floskeln. Wer digital nicht auffindbar ist, wird einfach übersprungen. Überraschung: Viele gute Leute bewerben sich nicht auf Zuruf, sondern weil sie monatelang beobachten und irgendwann merken, dass da ein Betrieb mit Haltung ist. Social Media wird so zum verlängerten Schaufenster – für Kunden und Mitarbeiter. Unterm Strich: Wirklich erfolgreiche Handwerksfirmen setzen Social Media nicht als hippe Zusatzpflicht ein, sondern als Grundstein der Unternehmensidentität. Mit Köpfchen und Portion Humor kann man seine Außenwirkung selbst gestalten – und der Konkurrenz immer einen Klick voraus sein. Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte einfach mal in der Werkstatt nachfragen: Wann posten wir endlich mal den ehrlichen Baustellenmoment?

Digitale Sichtbarkeit ist für Handwerksbetriebe inzwischen unverzichtbar, will man sowohl neue Kunden gewinnen als auch qualifizierte Mitarbeitende ansprechen und binden. Liborio Manciavillano, der Kopf hinter der HWS Handwerks-Schmiede GmbH, zeigt, wie ehrliche und regelmäßige Social-Media-Präsenz aus einem Betrieb eine starke Marke macht – und wie Authentizität dabei oft wichtiger ist als Hochglanz-Inszenierung. Die neuesten Branchenberichte warnen: Angesichts des Fachkräftemangels und wachsender Konkurrenz entscheidet vor allem der überzeugende Online-Auftritt darüber, wie viele (und welche) Anfragen und Bewerbungen einen Betrieb überhaupt erreichen; Plattformen wie Instagram und Facebook werden dabei zunehmend zum Nadelöhr für die Zukunftsfähigkeit im Handwerk.

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