Das Statistische Bundesamt hat am Mittwoch einige interessante – und vielleicht auch ernüchternde – Zahlen zum Gehalt in Handwerksberufen veröffentlicht. So bekommen etwa Maurer in Vollzeit im Schnitt 3.910 Euro brutto im Monat. Friseure stecken sogar auf einem deutlich niedrigeren Niveau fest: Mit 2.470 Euro bleibt ihr Gehalt über 1.500 Euro unter dem aller Beschäftigten mit Ausbildungsabschluss. Im Gegensatz dazu sieht es für Werkzeugmechaniker etwas besser aus – sie schaffen mit 4.179 Euro immerhin einen überdurchschnittlichen Monatsverdienst und verdienen damit rund das Anderthalbfache von Friseuren (2.470 Euro). Die Statistik betrachtet ausschließlich abhängig Beschäftigte, selbstständige Handwerkerinnen und Handwerker sind nicht erfasst.
Natürlich entscheidet nicht nur der Beruf über das Einkommen. Der Bildungsgrad macht weiterhin einen spürbaren Unterschied: Beschäftigte ohne abgeschlossene Ausbildung erhalten im Durchschnitt lediglich 3.432 Euro, das sind etwa 693 Euro weniger als mit Ausbildungsabschluss. Wer jedoch die Karriereleiter zum Meister, Techniker oder über eine Fachschule erklimmt, kommt im Schnitt auf stattliche 5.405 Euro, also 621 Euro mehr als der Gesamtmittelwert. Ein Bachelorabschluss bringt durchschnittlich 5.289 Euro ein, und mit Master sogar rund 7.019 Euro – ein Plus von etwa 1.730 Euro. Am besten stehen Beschäftigte mit Doktor- oder Habilitationsabschluss da: Ihr durchschnittliches Monatsgehalt liegt bei 9.476 Euro, was den Unterschied zwischen Uni und Werkbank mehr als deutlich macht.
Die aktuellen Zahlen werfen ein Licht auf die weiterhin bestehende Kluft zwischen den Gehältern verschiedener Ausbildungsberufe – vor allem im Handwerk bleibt der Lohn oft deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt zurück. Experten bemängeln, dass die gesellschaftliche Anerkennung und finanzielle Wertschätzung vieler Handwerksberufe nicht mit deren Bedeutung für das alltägliche Leben Schritt hält. In den letzten Monaten kam zudem immer wieder die Forderung auf, das Image und die Bezahlung im Handwerk durch gezielte Förderprogramme und Tarifverhandlungen zu verbessern. Besonders bemerkenswert ist der große Gehaltssprung mit höherem Bildungsabschluss – ein Trend, der in Zeiten von Fachkräftemangel sowohl Chancen als auch eine Herausforderung für das Handwerk darstellt.