Mal ehrlich, wer kennt es nicht? Nach einem überlangen Tag im Büro oder Homeoffice fühlt sich der Kopf irgendwann an wie Pudding. Und genau davor warnt Bernd Fitzenberger, Ökonom und Chef des IAB. Er meint: Wenn die tägliche Arbeitszeit immer weiter ausgedehnt wird, zahlt man das oft mit seiner Gesundheit. Erschöpfung macht sich breit, die Produktivität sackt schneller ab als der Akku vom alten Smartphone. Außerdem: So ein flexibler Arbeitsmarkt klingt erst mal nach Freiheit, entpuppt sich aber für viele schlicht als Risiko. Vor allem, wenn das Thema Kinderbetreuung ins Spiel kommt – viele Kitas machen schließlich pünktlich zu. Fitzenberger plädiert dafür, gute alte Schutzmechanismen beizubehalten, etwa die Beschränkung der Höchstarbeitszeit. Gerade dort, wo Sicherheit draufsteht, wie in der IT-Security oder im Cockpit, darf Zeitdruck nicht das Sagen haben. Interessanterweise rät er eher dazu, mehr Anreize fürs Arbeiten insgesamt zu schaffen, statt die Regeln aufzuweichen. Pause für Privilegien wie Minijobs und Ehegattensplitting? Auch das will er kritisch prüfen.
Fitzenberger spricht sich entschieden gegen eine weitreichende Flexibilisierung der Arbeitszeiten aus. Er führt an, dass längere Arbeitstage Erschöpfung und gesundheitliche Belastungen nach sich ziehen, was wiederum die Leistungsfähigkeit schmälert. Gleichzeitig warnt er davor, Schutzmechanismen zugunsten angeblich größerer Freiheit aufzugeben, da viele Beschäftigte sonst in eine schlechtere Verhandlungsposition geraten und mehr Druck auf sie lastet. Aus aktuellen Recherchen ergibt sich zudem: Der Ruf nach einer Modernisierung der Arbeitswelt und flexibleren Modellen wird in Deutschland lauter, doch die Debatte bleibt umstritten. Manche Verbände fordern eine Anpassung an internationale Praktiken, andere befürchten gesellschaftliche Rückschritte, insbesondere für Familien und vulnerable Gruppen. Laut aktuellen Berichten werden in politischen Kreisen mögliche Kompromisslösungen diskutiert, darunter auch das Recht auf Nicht-Erreichbarkeit nach Feierabend und gesellschaftlich flankierende Maßnahmen wie erweiterte Kinderbetreuungsangebote.