Impulse fürs Zusammenleben: Zukunftswohnen in St. Pölten auf dem Prüfstand

Wie sieht ein gutes und inklusives Leben im Alter aus? Diese Frage steht am 29. Januar 2026 ab 18 Uhr im Fokus eines ungewöhnlichen Abends an der Fachhochschule St. Pölten. Neben der Begleitausstellung ‚Wie geht’s, Alter?‘ laden Expert:innen, Praktiker und Neugierige gemeinsam zum ehrlichen Austausch im Rahmen von Impulsvorträgen und Lösungslaboren – ausgerichtet von ORTE Architekturnetzwerk und St. Pöltens Hochschule.

heute 12:35 Uhr | 3 mal gelesen

Alles ändert sich, manchmal schleichend: Menschen werden älter, Städte schrumpfen oder wachsen, kleine Gemeinden erledigen ihre Themen meist jenseits der Scheinwerfer der großen Debatten. Doch wie kann Wohnen trotzdem jeden, egal welchen Alters, mitnehmen? Es ist, zugegeben, nicht die einfachste Frage – und vermutlich auch nicht die, die an einem einzigen Abend abschließend beantwortet wird. Genau deshalb veranstalten die Fakultät Gesundheit und Soziales sowie das Ilse Arlt Institut der Fachhochschule St. Pölten am 29. Januar 2026 einen sogenannten Impuls- und Dialogabend. Ziel: Herausfinden, was 'inklusive' Wohnformen konkret bedeuten und welche Hürden es gibt – jenseits grauer Theorie. Als Teil des Programms zur Wanderausstellung 'Wie geht’s, Alter?', die noch bis 18. März am Campus zu sehen ist (Wer mag: Führung ab 16.30 Uhr), kommen bei der Abendveranstaltung Forschende, Architekt:innen, Interessierte und auch Menschen aus der Praxis zusammen. Vorgestellt werden praxisnah aktuelle Lösungswege und verschiedene Perspektiven: etwa von jungen wie alten Menschen, Menschen mit Beeinträchtigungen, seelisch wie körperlich – die Bandbreite ist gewollt groß. Statt trockener Vorträge geht’s in sogenannten 'Lösungslaboren' um echte Auseinandersetzung: Was fehlt, was klappt, welche Architektur inspiriert? Christine Haselbacher, Dekanin der Fakultät, bringt es mit leichter Skepsis auf den Punkt: Forschung allein bringt nichts – erst gemeinsam wird daraus vielleicht eine neue Zukunftsvision für den ländlichen Raum. Soziale Isolation im Alter oder institutionalisiertes Wohnen sind keine unumstößlichen Naturgesetze, darauf weisen Vertreter:innen von Land und Stadt bei der Eröffnung der Ausstellung klar hin. Vielmehr ist die Frage nach dem Wie älteren Lebens – aber auch jungem Zusammenleben – eine gesellschaftliche Herausforderung, die nach frischen Ideen schreit. Dass die Ausstellung nicht im Elfenbeinturm entsteht, wird bei der Zusammenarbeit vieler Partner:innen deutlich: Neben der Fachhochschule sind landesweite Architekturinitiativen und Raumexperten beteiligt. Ungeplant vielleicht, aber sehr lebendig. Die Ausstellung selbst, kuratiert und feinfühlig ausgestaltet, soll keine fertigen Antworten liefern. Alles ist gefühlt noch im Werden. Aber gerade diese Offenheit, so die VeranstalterInnen, macht die Hoffnung auf Fortschritt aus. Wer sich angesprochen fühlt: Teilnehmen, zuhören, mitreden lohnt. Und manchmal, das zeigt der Alltag, genügen schon kleine Begegnungen, um eingefahrene Vorstellungen über Wohnen und Alter zu hinterfragen.

Der Dialog- und Impulsabend an der FH St. Pölten beleuchtet das Thema Wohnen im Alter und die Herausforderungen von Inklusion vor allem im ländlichen Raum. Thema sind dabei Hürden und Erfolgsgeschichten aus aktuellen Studien, aber auch die Erweiterung der Ausstellung „Wie geht’s, Alter?“, durch lokale Projekte. Ziel ist es, gemeinsam Visionen zu entwickeln, die den Anspruch von Selbstbestimmung, Gemeinschaft und Zugänglichkeit ins Zentrum stellen – jenseits klassischer Pflegebilder und fernbarer Theorie. Recherche-Erweiterung: In ganz Europa nimmt der Anteil älterer Menschen stetig zu, wodurch das Thema altersgerechtes und inklusives Wohnen an Dringlichkeit gewinnt. Neue Modelle wie Mehrgenerationenhäuser oder betreutes Wohnen in dezentralen Gemeinden stoßen vielerorts auf Interesse, werden jedoch durch mangelnde Infrastruktur, finanzielle Engpässe und fehlende Barrierefreiheit ausgebremst. Laut aktuellen Berichten werden innovative Konzepte und mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten gefordert, zugleich aber auch Sorgen wegen Vereinsamung und steigender Wohnkosten laut. Zusätzliche Online-Recherche zeigt: Die Diskussion um 'Zukunft Wohnen' zieht sich aktuell durch politische und gesellschaftliche Debatten – von barrierefreien Stadtquartieren bis hin zu kreativen Nachbarschaftsprojekten.

Schlagwort aus diesem Artikel