Industrie fürchtet massive Auswirkungen durch Iran-Konflikt

Die große Mehrheit der deutschen Industrieunternehmen blickt besorgt auf den Krieg in Iran – kaum jemand glaubt, dass das eigene Geschäft verschont bleibt.

heute 07:36 Uhr | 6 mal gelesen

Wie sich die Stimmung in den Werkshallen gerade ändert? Laut einer aktuellen Ifo-Umfrage rechnen fast neun von zehn deutschen Industrieunternehmen damit, dass der Iran-Krieg ihr Geschäft negativ beeinflussen wird. Eine Zahl, die aufhorchen lässt: Gerade einmal neun Prozent geben an, bislang keine Auswirkungen zu spüren. Der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, bringt es auf den Punkt: Der Konflikt trifft die ohnehin wankende Industrie im Kern und schürt eine gehörige Portion Unsicherheit, die wie dunkle Wolken über den kommenden Monaten liegt. Wenn man genauer hinschaut, wird klar, wo der Schuh drückt: Allen voran stehen explodierende Energiepreise (78 Prozent nennen das als Hauptgrund). Knapp ein Drittel sieht weitere Engstellen – zum Beispiel durch gestörte Schifffahrtswege oder Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen und Halbfertigteilen. Dazu kommt: Die Luftfracht ist plötzlich ein Unsicherheitsfaktor und etwa ein Viertel der Firmen rechnet sogar mit einer schrumpfenden Nachfrage in bedeutenden Auslandsregionen. Manche Unternehmen ahnen zudem schon finanzielle Risiken voraus – und zwar nicht nur durch höhere Logistikkosten oder gestiegene Versicherungsbeiträge, sondern auch durch die Gefahr schlechter Zahlungen. Wohlrabe bewertete das so: Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs zeichnen sich bereits ab – und könnten, wenn das alles noch weitergeht, die Lage der Betriebe mit voller Wucht treffen.

Die Angst vor den Auswirkungen des Iran-Konflikts greift in der deutschen Industrie tief um sich. Eine überwältigende Mehrheit der Betriebe rechnet mit Problemen – vor allem in punkto Energiepreise, Lieferketten und Exportmärkte. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die aktuellen Unsicherheiten bereits heute Auswirkungen zeigen; dazu kommen mögliche weitere Produktionsausfälle und Preiserhöhungen, sollte der Krieg noch länger schwelen. Experten vom Ifo-Institut warnen zudem, dass steigende Logistikkosten, Versicherungsprämien sowie schwankende Zahlungsströme die existenziellen Risiken für viele Unternehmen deutlich erhöhen. Zum Zeitpunkt meiner Recherche geben die führenden deutschen Wirtschaftsmedien zudem an, dass etwaige Störungen im Schiffsverkehr (wie etwa im Roten Meer) auch den weltweiten Warenfluss erheblich verlangsamen könnten.

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