Commerzbank streicht weitere 3.000 Jobs: Zukunftspläne unter Druck

Mitten in einem drohenden Übernahmeszenario durch UniCredit kündigt die Commerzbank einen massiven Stellenabbau an: 3.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen – so will die Bank ihre Wettbewerbsfähigkeit schärfen, wie am Freitag bekanntgegeben wurde.

heute 07:58 Uhr | 2 mal gelesen

Die Commerzbank setzt auf eine radikale Kurskorrektur: Bis 2028 strebt sie einen Nettogewinn von 4,6 Milliarden Euro an, 2030 sollen es sogar 5,9 Milliarden sein. Dabei stellt das Geldinstitut seine Mitarbeiter erneut auf eine harte Probe; 3.000 Stellen werden konzernweit gestrichen – als Teil einer ambitionierten (oder verzweifelten?) Strategie, wie viele Banken im Zeitalter der Automatisierung und Digitalisierung. Die Nettoeigenkapitalrendite soll in gut sechs Jahren auf stolze 21 Prozent steigen. Angesichts eines operativen Ergebnisses von 1,4 Milliarden Euro allein im ersten Quartal 2026 (was dort übrigens einer Steigerung von 11 Prozent entspricht), klingt das für Außenstehende auf Zahlen-Ebene ziemlich robust. Was die nüchternen Zahlen nicht zeigen: Hinter den Kulissen läuft längst eine Art Wettlauf gegen die Zeit. Die Bank will für das Jahr 2026 jetzt schon ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro versprechen – vermutlich um Investoren und vor allem auch mögliche Übernehmer abzuschrecken (oder anzulocken?). KI-Fans dürfen sich freuen: Sage und schreibe 600 Millionen Euro sollen in künstliche Intelligenz fließen, u.a. für Service und Produktivität – der erhoffte jährliche Mehrwert ab 2030: 500 Millionen Euro. Man möchte fast meinen, die Algorithmen sollen retten, was Menschenhand jetzt abgeben muss.

Mit ihrem aktuellen Stellenstreichungsprogramm versucht die Commerzbank, die Profitabilität deutlich zu steigern und sich für die kommenden Jahre zu wappnen – insbesondere im Kontext einer möglichen Übernahme durch UniCredit. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz rückt ins Zentrum der strategischen Pläne, wobei die Hoffnung groß ist, sowohl Kosten zu senken als auch neue Geschäftsfelder zu erschließen. Allerdings bleibt die große Frage: Wird der Abbau von 3.000 Arbeitsplätzen der richtige Hebel sein, um die ambitionierten Ziele zu erreichen, oder verschärft er am Ende doch den gesellschaftlichen und unternehmensinternen Druck? Laut aktuellen Berichten deutscher Wirtschaftspresse steht die Commerzbank auch unter enormem Veränderungsdruck durch die Digitalisierung im Bankenwesen, die sowohl Chancen als auch soziale Risiken birgt. Spekulationen über einen bevorstehenden Zusammenschluss oder die Übernahme durch ausländische Finanzakteure nehmen zu – was für Unsicherheit sorgt, insbesondere unter den Beschäftigten. Die Entwicklung der Commerzbank ist damit nicht nur ein Paradebeispiel für den Wandel im Finanzsektor insgesamt, sondern steht zugleich stellvertretend für das Ringen deutscher Banken um ihre Rolle im europäischen Markt.

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