Industriestrompreis: Reiche verspricht wenig Bürokratie bei Umsetzung

Katherina Reiche (CDU), Bundeswirtschaftsministerin, will den von der EU freigegebenen Industriestrompreis ohne komplizierte Vorschriften und Hindernisse für Unternehmen umsetzen.

heute 15:04 Uhr | 3 mal gelesen

Katherina Reiche äußerte am Donnerstag in einem öffentlichen Statement, man wolle mit dem neuen Industriestrompreis nicht nur für große Industriebetriebe, sondern auch für kleinere Firmen echte Erleichterung schaffen. Ihr Ziel sei es, weniger Aktenwälzen, mehr Handlungsspielraum – statt eines dicken Regelwerks eher ein flexibler Rahmen. Reiche betonte außerdem, dass die von der EU-Kommission abgesegnete Beihilfe von 3,8 Milliarden Euro wichtig sei, um den Industriezweig beim Wandel zu einer klimafreundlichen Wirtschaft zu stützen, ohne alles in Detailvorgaben zu ersticken. Laut ihr könnten Betriebe zum Beispiel in effizientere Prozesse oder Solaranlagen investieren, aber wie das konkret aussieht, solle jede Firma selbst entscheiden. 'Es bringt nichts, von Berlin aus für 9.500 Unternehmen den idealen Weg vorzuschreiben', meinte sie – ein bisschen gesunder Menschenverstand und Praxisbezug eben. Prüfpflichten wie TÜV-Gutachten oder Sondertestate spare man sich weitestgehend, nur für sehr große Stromverbraucher bleibt das nötig. Die Hilfe soll vor allem Betriebe in Branchen wie Chemie, Glas oder Halbleiterproduktionen entlasten. Die Maßnahme startet 2026 und gilt bis Ende 2028, rückwirkende Antragstellung inklusive, sobald Stromverbrauch und Großhandelspreise feststehen. Das Ziel: Strom zu einem Preis von 5 Cent pro Kilowattstunde – aber eben ohne den Behörden-Marathon.

Der Industriestrompreis, vom Bund und der EU-Kommission auf den Weg gebracht, soll gerade energieintensive Branchen in Deutschland für eine gewisse Zeit finanziell entlasten und gleichzeitig Anreize bieten, in klimafreundliche Technologien zu investieren. Das Besondere an dieser deutschen Lösung ist der Versuch, den Zugriff auf die Fördergelder nicht durch übermäßige Bürokratie, sondern möglichst unkompliziert zu gestalten, um auch kleinere und mittlere Unternehmen einzubeziehen. In der aktuellen politischen Debatte werden allerdings auch Zweifel laut, ob diese Flexibilität ausreicht, um tatsächlich den nötigen Schub für die Industrie zu bewirken – zudem regt sich Kritik daran, dass die Hilfen in der Praxis doch komplizierter ausfallen könnten als jetzt angekündigt (aus Informationen von FAZ, Deutschlandfunk und Tagesschau sowie aktuellen Stimmen aus der Wirtschaft).

Schlagwort aus diesem Artikel