Das Technologieunternehmen Microsoft setzt nun ganz neue Maßstäbe im Rennen um leistungsfähige Quantencomputer — und das, indem sie Künstliche Intelligenz nicht nur als Werkzeug, sondern nahezu als kreativen Mitarbeiter einspannen. Eine sogenannte 'agentische KI', die gewissermaßen selbstständig agiert und Lösungen vorschlägt, war laut Microsoft entscheidend dafür, dass der neue Quantenchip mit dem klingenden Namen „Majorana 2“ zentrale Schwächen der bisherigen Chips ausmerzen konnte. Plötzlich halten die winzigen Qubits ihre fragilen Quantenzustände zehn, nein, tausendmal länger als noch bei der letzten Version. Wer hätte das gedacht? Für den Laien wirkt die Aussage vielleicht ein wenig abstrakt – aber um es in Relation zu setzen: Diese ungeheure Steigerung bedeutet viel weniger Fehler, viel mehr verlässliche Berechnungen.
Microsoft möchte nun mit Volldampf bis 2029 einen wirklich skalierbaren Quantencomputer bauen — das Zeitfenster für diese Mammutaufgabe wurde mal eben halbiert. Falls das gelingt (man fragt sich ja immer, wie es in der Praxis aussieht), könnten durchbruchsartige Anwendungen unter anderem in der Medizin, verschlungenen Lieferketten, nachhaltiger Energieerzeugung, ja sogar bei der globalen Ernährungssicherung entstehen. Das alles klingt fast nach Science-Fiction.
Nochmal kurz zum technischen Kern: Qubits sind die elementaren Informationsträger eines Quantencomputers. Ähnlich wie Bits, aber mit dem Clou, dass sie nicht nur entweder null oder eins sein können, sondern — gewissermaßen schwebend – auch beides zugleich. Das öffnet Türen zu Rechenaufgaben, bei denen klassische Computer kapitulieren müssten. Fehlerentstehung und die schnelle Zerbrechlichkeit ihrer Zustände waren bislang jedoch das große Problem. Vielleicht ändert sich das ja jetzt – vorausgesetzt, die großspurigen Versprechen halten der Realität stand.
Microsoft nutzt erstmals 'agentische KI', um seinen neuen Quantenchip 'Majorana 2' zu entwickeln, was für eine drastisch verbesserte Stabilität der Qubits sorgt. Der Konzern verspricht, mit dem Chip binnen weniger Jahre einen massenbreitentauglichen Quantencomputer zu bauen, der weit über das aktuelle technische Niveau hinausgeht. Internationale Experten zeigen sich aber teils noch zurückhaltend; andere große Player wie IBM, Google und das Max-Planck-Institut verfolgen ebenfalls ambitionierte Ansätze – mit teils abweichenden Technologien, aber vergleichbarem Fortschrittsdrang. Nach Berichten der taz setzen Expert:innen zudem große Erwartungen an diese neue Art der Zusammenarbeit zwischen KI und Quantenforschung, warnen allerdings davor, den Zeitplan für die breite Anwendung bei zentralen gesellschaftlichen Problemen zu überschätzen. Die Süddeutsche betont in ihrem aktuellen Technologieüberblick, dass robuste Quantenchips ein unverzichtbarer Schritt für Realanwendungen sind, während Zeit Online die steigende Konkurrenz und die neuen Potenziale für Industrie und Wissenschaft hervorhebt. (Stand: Juni 2024)