Wer sich für Tiere und das Geschäft mit ihnen interessiert, kommt an der Interzoo einfach nicht vorbei – ein bisschen wie die Berlinale für Hundefutter oder das Oktoberfest für Katzenstreu. In beeindruckenden 15 Hallen breiten sich Hersteller und Innovatoren aus über 70 Nationen auf 150.000 Quadratmetern aus. 2026 gibt es frische Formate wie ganztägige Events, Foren zur Nachhaltigkeit oder eine Sourcing Stage zu globalen Lieferketten-Fragen. Und natürlich fehlt es nicht an bewährten Programmpunkten: Auf der Fresh Ideas Stage in Halle 3 geht es täglich um die neuesten (und manchmal skurrilsten) Trends bei Heimtierbedarf.
Bemerkenswert bleibt der globale Charakter: 87 Prozent der Aussteller kommen nicht aus Deutschland – von China über die Niederlande bis in die Türkei sind die Märkte der Welt vertreten. Auch die Gäste reisen aus 140 Ländern an, so hat zumindest die WZF GmbH gezählt. Ein ständiges Grundrauschen an Englisch, Mandarin, Spanisch und überraschenden Akzenten ist also garantiert. Das Publikum ist exklusiv: Nur echte Insider aus Handel und Medien haben zu dieser Messe Zugang, was einen gewissen Club-Charakter schafft – und manchmal lässt einen das Staunen, wer in dieser Szene alles eine Rolle spielt.
Die Zahlen zur Heimtierhaltung spiegeln den anhaltenden Boom wider: Rund 200 Millionen Hunde und Katzen gibt es in Europa angeblich, in deutschen Wohnzimmern tummeln sich allein 15,7 Millionen Katzen und 10 Millionen Hunde. Aber auch Kleintiere, Vögel, Reptilien und sogar Homefarming-Geflügel werden immer wichtiger. Die Ausstellerlandschaft spiegelt das wider: Vom Insektenprotein-Hundefutter, KI-gestützter Tiergesundheit bis zum Designer-Terrarium gibt es so ziemlich jede Nische. Vor allem die Verschmelzung von Nachhaltigkeit und Hightech prägt die Szene – von olivenkernbasiertem Katzenstreu bis Fitness-Tracker für Vierbeiner ist alles dabei.
Es gibt Wettbewerbe (Interzoo Sustainability Award, Pioneer Award, Longest Distance Award und erstmals auch Personality Award), Sonderschauen und einen virtuellen Tauchgang in die Welt der Aquaristik (AquaSphere). Und klar ist: Die Messe reflektiert, was draußen in den Wohnzimmern passiert. Die Heimtierbranche wächst, wird im Ton anspruchsvoller und schaut intensiver auf Gesundheit, Nachhaltigkeit und digitale Vernetzung. Noch ein Tipp: Wer nur auf schnöde Futterproben aus ist, sollte ordentlich Tüten einpacken – die Auswahl ist gewaltig.
Die Interzoo 2026 in Nürnberg festigt ihre Rolle als internationale Leitmesse der Heimtierbranche mit rund 2.400 Ausstellern aus etwa 70 Ländern und einer beeindruckenden Besucherzahl aus 140 Nationen. Neben neuen Produkten werden aktuelle Branchentrends wie nachhaltige Tiernahrung, digitale Innovationen (z. B. KI-Tools zur Tiergesundheit) sowie Herausforderungen im internationalen Lieferkettenmanagement diskutiert. Laut jüngsten Berichten von Branchenportalen und Medien wie t3n ("Heimtierbranche boomt erneut – KI und Nachhaltigkeit im Fokus"), spiegeln die Messe-Themen ein wachsendes gesellschaftliches Interesse am verantwortungsvollen Umgang mit Heimtieren und an Technologien wider, die die Tierhaltung smarter, gesünder und nachhaltiger machen. Der globale Markt für Heimtierbedarf erreichte 2023 ein Volumen von über 189 Milliarden Euro, wobei insbesondere alternative Proteinquellen infolge der Nachhaltigkeitsdebatte immer stärker nachgefragt werden. Die Interzoo macht deutlich: Die Branche wächst langsamer, aber differenzierter, mit neuen Akzenten auf Qualität, Innovation und ökologischer Verantwortung. Der Preisdruck und veränderte Konsumgewohnheiten stellen die Industrie ebenso vor Herausforderungen wie die Logistik und die Einbindung junger Start-ups in die alten Netzwerke.