Iran will Angriffe auf Nachbarländer zurückfahren – Peseschkian verspricht Zurückhaltung

Irans Präsident Massud Peseschkian versprach im Staatsfernsehen, iranische Militäraktionen in den Nachbarstaaten künftig deutlich einzuschränken. Künftig solle nur noch dann zurückgeschlagen werden, wenn ein offensichtlicher Angriff von dort ausgehe. In einer seltenen Geste entschuldigte sich Peseschkian ausdrücklich bei den Staaten der Region für die bisherigen Angriffe.

heute 09:47 Uhr | 7 mal gelesen

Die Auswirkungen des Konflikts mit Israel und den USA haben auch die Nachbarn des Iran getroffen – bei iranischen Offensiven kamen nach Medienberichten 13 Zivilisten ums Leben, darunter tragischerweise ein elfjähriges Kind in Kuwait. Während Peseschkian gegenüber den 'Feinden' Israel und USA unverändert harte Töne anschlug und deren Hoffnung auf einen Wandel im Iran als illusorisch abtat, richtete er eine direkte Warnung an die Golfstaaten: Sie sollten sich nicht von externen Mächten instrumentalisieren lassen. Dennoch bleibt die Lage widersprüchlich: Während der Präsident im Fernsehen von einer Deeskalation sprach, wurden noch parallel Raketen abgefangen und erneut Sirenen in Bahrain ausgelöst – es bleibt also schwer zu sagen, ob sein Kurswechsel bereits umgesetzt wird. Das Gefühl: Zwischen versuchter Diplomatie und der Realität am Golf bleibt ein Loch, das sich nicht so leicht stopfen lässt. Aber immerhin – ein erster Ansatz zur Annäherung, mit einer offenen Entschuldigung, das ist für die Region schon ziemlich bemerkenswert.

Peseschkians Äußerungen markieren einen seltenen Schritt in Richtung Entspannungspolitik, stehen aber in scharfer Spannung zu iranischen Militäraktionen, die offenbar weiterhin stattfinden. Experten bewerten die Kursänderung als vorsichtiges Signal an die Nachbarländer und an die internationale Gemeinschaft, um Eskalationen einzudämmen – zumal der innenpolitische Druck im Iran wächst. Jüngste Recherchen zeigen, dass einerseits der Iran bereit ist, Gesprächsangebote zu prüfen, andererseits aber weiterhin bereitsteht, im Falle von Angriffen entschieden zu reagieren; friedliche Töne im Fernsehen und militärischer Alltag gehen damit derzeit Hand in Hand, was die unmittelbare Umsetzung der angekündigten Zurückhaltung bislang zweifelhaft erscheinen lässt.

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