IW erwartet: Dritte Nullrunde bei Grundsicherung droht

Zum dritten Mal hintereinander könnte es bei der Grundsicherung keine Anpassung geben – das trifft vor allem Menschen mit geringem Einkommen hart.

30.06.26 13:59 Uhr | 5 mal gelesen

Laut aktuellen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeichnet sich für 2027 ab, dass der Regelsatz der Grundsicherung wieder unverändert bleiben wird – zum dritten Mal nacheinander. Grund hierfür seien die Entwicklungen bei Preisen und Löhnen in den Jahren 2025 und 2026, die zusammengerechnet laut Prognose unter fünf Prozent Steigerung liegen. Ein bisschen Ironie am Rande: Während der Regelsatz seit Anfang 2020 um etwa 30 Prozent gestiegen ist, haben die Lebenshaltungskosten – zumindest der spezielle Warenkorb für Grundsicherungsbeziehende – bloß um 24 Prozent angezogen. Das IW sieht daher zunächst keinen akuten Handlungsbedarf, warnt aber vor möglichem gesellschaftlichen Aufruhr, sollte die Politik nicht rechtzeitig gegensteuern. Interessant (oder eher bezeichnend): Der Anpassungsmechanismus, der eigentlich für Fairness sorgen soll, gerät bei sprunghaften Preisen schnell ins Hintertreffen, weil er sich hartnäckig an die Daten des Vorjahres klammert. Laut IW bräuchte es Anpassungen, die die aktuellen Prognosen berücksichtigen – denn, mal ehrlich, wer will schon mit veralteten Kalkulationen leben?

Das Thema Nullrunde bei der Grundsicherung ist keine bloße Rechenaufgabe, sondern eine hochpolitische Angelegenheit: Wenn Regelsätze stagnieren oder nur langsam steigen, geraten insbesondere Alleinerziehende, Erwerbsgeminderte oder langzeitarbeitslose Menschen spürbar unter Druck. Gleichzeitig betont das IW, dass zumindest in den vergangenen Jahren eine Überkompensation der realen Preissteigerungen erfolgt sei, was die Notwendigkeit einer sofortigen Reform relativiert – zumindest aus deren Sicht. In der politischen Diskussion tauchen immer wieder Vorschläge auf, etwa die Orientierung an aktuellen Preisentwicklungen oder ein stärkeres Gewicht sozialer Faktoren bei der Anpassung; bislang bleibt es aber beim alten, trägen Mechanismus. Folgende neue Recherchen aus verschiedenen Medien unterstreichen, dass das Thema Grundsicherung momentan stark im Fokus steht – teils wegen der Inflationssorgen, teils aufgrund sozialer Schieflagen.

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