IW-Studie: Geschäftsklima der deutschen Unternehmen verschlechtert sich weiter

Die wirtschaftliche Stimmung hierzulande ist trüber als vor einem Jahr – viele Unternehmen blicken mit Sorge auf die Zukunft.

heute 15:53 Uhr | 4 mal gelesen

Es ist schon bemerkenswert, wie zäh sich die wirtschaftliche Erholung in Deutschland gestaltet – das geht aus einer aktuellen Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, an der im März fast tausend verschiedene Unternehmen teilgenommen haben. Ganze 43 Prozent der Befragten empfinden ihre Lage jetzt schlechter als noch im Vorjahr. Irgendwie fühlt es sich an, als liege permanent ein grauer Schleier über der deutschen Konjunktur – unabhängig davon, ob man gerade im Maschinenbau, bei einer mittelständischen Werbeagentur oder auf dem Bau arbeitet. Laut der IW-Analyse trifft die Misere fast alle Branchen gleichermaßen. Besonders düster: Während nur 14 Prozent der Unternehmen von einer Verbesserung sprechen, rechnet ein Drittel aller Firmen mit einem weiteren Rückgang der Produktion bis 2026. Viel Hoffnung auf Bewegung gibt es auch bei den Investitionen nicht: Insbesondere in der Industrie plant mehr als doppelt so viele Firmen mit geringeren statt mit höheren Ausgaben. Branchenübergreifend wollen lediglich 21 Prozent das Investitionsbudget erhöhen, ausgeschlafene 39 Prozent treten bei finanziellen Zukunftsplänen lieber auf die Bremse. Wie ein Déjà-vu – nur, dass sich diese Phase negativer Erwartungen bereits über viele Jahre zieht. Besonders deutlich sichtbar wird das im Industrie-Sektor: Ein Drittel aller Unternehmen will eher weniger Leute beschäftigen, während gerade einmal 14 Prozent mit Neueinstellungen planen. Trotz allem bleibt vielleicht zu hoffen, dass die Schwarzmalerei demnächst der Realität weicht – aber derzeit sieht’s dafür nicht wirklich danach aus.

Die aktuelle IW-Befragung zeigt, dass deutsche Unternehmen so pessimistisch wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr in die Zukunft blicken. Der Abwärtstrend umfasst sämtliche Bereiche von Industrie bis Dienstleistungen und Bau, vor allem bei Investitionen und Personalplanung dominiert Zurückhaltung bis Nüchternheit. Die Gründe sind vielfältig: globale Unsicherheiten, geopolitische Konflikte, eine schwankende Nachfrage und Regulierungsdruck. Aktuelle Berichte betonen zudem hohe Energiekosten, anhaltende Inflation und ein stockendes Belastungsmoratorium, welche die Planbarkeit für Unternehmen zusätzlich erschweren. Die Kombination aus Unsicherheit und Kapitalzurückhaltung hemmt Innovation, Wachstum und Beschäftigung langfristig – was in der Fachwelt und in Wirtschaftskreisen zunehmend kritisch diskutiert wird.

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