Am 14. April 2026 sprach Maybrit Illner exklusiv mit Wolodymyr Selenskyj. Als sie ihn darauf ansprach, welchen Stellenwert Deutschland heutzutage für die Ukraine habe, antwortete er überraschend offen: 'Deutschland ist unser mit Abstand wichtigster Partner in Europa.' Und dann, etwas unvermittelt, ergänzte er sogar einen Vergleich mit den USA: 'Ehrlich? Deutschland tut aktuell mehr. Die USA, zumindest was die Finanzierung unseres Kampfes betrifft, halten sich zurück.' Ein großes Lob – oder nur eine Momentaufnahme in politisch heiklen Zeiten?
Denn die Frage stellt sich: Kann Deutschland wirklich das Gewicht der USA ersetzen oder ist es eher ein Rettungsanker für Selenskyj, gerade jetzt, wo Washington durch den Iran-Konflikt gebunden ist? Ist es für Merz eine Chance, sich als Verantwortungsträger zu profilieren – oder übernimmt er sich? Setzt Berlin nicht vielleicht viel zu viel darauf, dass Kiew tatsächlich mitziehen kann – und überhaupt will?
Bei Illner diskutieren diesmal u.a. der erfahrene Diplomat Wolfgang Ischinger, die deutsch-ukrainische Publizistin und Polit-Aktivistin Marina Weisband sowie Frank Sauer, Fachmann für Sicherheitspolitik. Ein illustres (und durchaus kontroverses) Podium also. Sehr menschlich, wie selten bei ähnlichen Runden, dürfte es diesmal zugehen – immerhin ist die deutsch-ukrainische Beziehung für viele Podiumsgäste keine abstrakte Frage, sondern persönliches Thema.
Übrigens: Wer Lust auf barrierefreie Sichtweisen hat, findet die Sendung auch mit Untertiteln und in Gebärdensprache im Streaming-Angebot vom ZDF.
(Ganz am Rande: Pressestelle des ZDF ist wie immer offen für Nachrichten und Feedback.)
Maybrit Illners Gespräch mit Wolodymyr Selenskyj sorgt für viel Diskussionsstoff darüber, welche Rolle Deutschland künftig im Ukraine-Krieg spielen will – und was davon realistische Politik oder riskante Überforderung ist. Selenskyj lobt Deutschland offen als wichtigsten Partner, zeigt sich aber mindestens ebenso strategisch, indem er bewusst Erwartungen an Berlin formuliert und vielleicht Druck aufbaut. Neuere Entwicklungen wie der wieder aufgeflammte Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärfen das Machtvakuum im Westen und führen dazu, dass Politiker wie Merz plötzlich stärker im Rampenlicht stehen – mit all den Risiken, blinden Flecken und Chancen, die das so mit sich bringt. Inzwischen zeigen Berichte aus anderen Quellen, dass die US-Unterstützung für die Ukraine tatsächlich schwankt, während Deutschland ambitioniert Druck auf europäische Lösungen verstärkt. Medien wie Der Spiegel und die Süddeutsche dokumentieren zudem, wie innenpolitische Konflikte – etwa in der CDU, aber auch am anderen Ende zwischen links-grünen Kräften und konservativen Kriegsskeptikern – das deutsche Ukraine-Engagement politisch brisant machen. Parallel fordern ukrainische Stimmen in Talkshows mehr echte militärische Hilfe, nicht nur diplomatische Sonntagsreden. Der Tenor: Die deutsche Politik steht an einer Kreuzung – und Selenskyj weiß das ganz genau.