Johannes Winkel, Vorsitzender der Jungen Union, lässt wenig an Deutlichkeit vermissen und stellt sich demonstrativ gegen die geplanten Kürzungen bei den Lohnersatzzahlungen – konkret: 350 Millionen Euro jährlich sollen eingespart werden. „Die Bundesregierung steckt mitten in einem Reformversuch, bei dem es angeblich um die Folgen des demografischen Wandels geht“, erklärt Winkel und klingt dabei hörbar skeptisch. Er meint, das Kürzen des Elterngeldes würde „den eigentlichen Grund für die Reform noch verstärken, statt ihn zu entschärfen“. Besser hätte man sich das Paradox nicht ausmalen können, findet er. Außerdem mahnt der JU-Chef seine Parteikolleg:innen, die Glaubwürdigkeit der CDU stehe mit auf dem Spiel. „Es geht nicht einfach nur um eine Sozialleistung, sondern um unser Profil als Partei, die sich Familien verpflichtet fühlt“, so Winkel. In seinen Worten schwingt auch ein wenig die Frage mit: Wer kümmert sich eigentlich noch um junge Leute und deren Wünsche in Zeiten, in denen die Bevölkerung zusehends altert?
Winkel sieht die Sparpläne beim Elterngeld als kontraproduktiv für das Anliegen, dem demografischen Wandel zu begegnen – und sieht einen potenziellen Imageschaden für die CDU als Familienpartei. Neuere Entwicklungen zeigen, dass binnen der letzten Wochen auch von der SPD und Sozialverbänden Widerstand gegen die Einsparungen kommt. Das Bundesfamilienministerium betont, aufgrund von Haushaltsknappheit müssten schmerzhafte Entscheidungen getroffen werden, obwohl die Geburtenrate in Deutschland weiter zurückgeht und auch angesichts steigender Lebenshaltungskosten Familien gezielt gefördert werden müssten.