Jüdische Gemeinden sprechen Büttner ihr Vertrauen aus – Solidarität nach Brandanschlag

Nach dem mutmaßlich antisemitisch motivierten Brandanschlag auf das Grundstück von Andreas Büttner, dem Antisemitismusbeauftragten Brandenburgs, bekommen er und seine Arbeit Rückenwind und Zuspruch von den jüdischen Gemeinden.

heute 10:35 Uhr | 4 mal gelesen

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Brandenburg hat sich, in einer Stellungnahme, vorbehaltlos hinter Andreas Büttner gestellt. Laut "Welt" erkennen sie in ihm einen standhaften, zuverlässigen und mit Nachdruck gegen Antisemitismus kämpfenden Partner. Der Brandanschlag gelte ganz augenscheinlich nicht nur Büttner als Person, sondern auch seiner Arbeit und dem, wofür er stehe. Die jüdischen Gemeinden betonen, dass ihr Vertrauen in Büttner ungebrochen ist, und rufen – ganz direkt, fast schon appellhaft – Politik wie Gesellschaft dazu auf, Gesicht zu zeigen und Büttner jetzt aktiv zu helfen. Konkret: Im Januar wurde auf einem Grundstück in Templin, das zu Büttner gehört, ein Nebengebäude in Brand gesetzt. Dazu ein beschmiertes Symbol – angeblich ähnlich dem Zeichen der Hamas – an seiner Haustür. Ein paar Tage später folgte ein bedrohlicher, beleidigender Brief. Die Ermittlungen, nun unter Federführung der Generalstaatsanwaltschaft, konzentrieren sich allem Anschein nach aktuell auf zwei junge Männer aus Büttners näherem Umfeld. Sie stehen im Verdacht, an dem Anschlag beteiligt zu sein – die Vorwürfe reichen von Sachbeschädigung und Bedrohung bis Brandstiftung. Pikant: Recherchen zeigen, dass es persönliche sowie geschäftliche Verbindungen zwischen Büttner und den Beschuldigten gibt. Eine gewisse Unschärfe bleibt, denn Büttner selbst wird nach Polizeiangaben bislang lediglich als Zeuge geführt.

Das Bekenntnis der jüdischen Gemeinden in Brandenburg zu Büttner erfolgt vor dem Hintergrund wiederholter antisemitischer Vorfälle in Deutschland, die in den letzten Monaten spürbar zugenommen haben. Besonders nach Angriffen wie diesem wächst die Sorge in jüdischen Communities wie auch in der Zivilgesellschaft, dass Judenhass und politische Einschüchterungstaktiken zunehmen. Zahlreiche Stimmen fordern eine robustere gesellschaftliche und politische Solidarität mit Antisemitismusbeauftragten und eine verstärkte Ahndung der Täter; neben der Unterstützung aus den Gemeinden wächst auch der öffentliche und mediale Druck, die Ermittlungen transparent und fair zu führen – immerhin, wer antisemitischem Engagement schadet, trifft das demokratische Selbstverständnis im Kern. Recherche-Update: Antisemitische Straftaten haben laut Bundeskriminalamt in der Folge des Nahost-Konflikts einen historischen Höchststand erreicht. Konservative und linke Politiker rufen gleichermaßen zur Verteidigung jüdischen Lebens und engagierter Antisemitismus-Bekämpfung auf. Sowohl Verbände als auch Sicherheitsbehörden mahnen, dass Angriffe gegen Funktionsträger nur die Spitze des Eisbergs sind und Schutzkonzepte an Schulen und in der Öffentlichkeit ausgebaut werden müssten.

Schlagwort aus diesem Artikel