Die Kaufkraft in Deutschland hat sich seit 1991 in vielen Konsumbereichen verbessert – heute kann man sich mehr leisten, besonders bei technischen Geräten, für die deutlich weniger Arbeitszeit aufgewendet werden muss. Maßgeblich für diese Bilanz ist die Lohnentwicklung; während der durchschnittliche Nettostundenlohn damals bei gut 10 Euro lag, sind es inzwischen etwa 25,56 Euro. Dennoch gibt es auch Bereiche des Alltags – etwa Strom, Zeitungsabos und Dienstleistungen wie Friseurbesuche –, die deutlich teurer und damit weniger erschwinglich geworden sind. Gleichzeitig zeigen aktuelle Debatten und Pressekommentare, dass diese Entwicklung insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen, Alleinerziehende und Rentner weniger positiv erlebt wird, da die Preisschübe bei Mieten und Energie gerade in den letzten Jahren die statistische Gesamtbilanz stark relativieren. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts und verschiedene Medienanalysen betonen, dass Wohlstand und Kaufkraft von individuellen Lebensumständen und Wohnort abhängen; in Ostdeutschland etwa sind die Gewinne laut IW-Auswertung geringer ausgefallen als im Westen. Zuletzt bleibt festzuhalten, dass sich hohe Teuerungsraten der letzten Jahre besonders auf den Bereich Grundversorgung (Lebensmittel, Energie, Wohnen) negativ auswirken und so die gefühlte reale Kaufkraft vieler Menschen wieder schrumpfen lassen.