Kleine Ohren, großer Druck – Warum Kinder beim Flugzeug-Landeanflug Ohrenschmerzen bekommen

Wer schon einmal mit kleinen Kindern gelandet ist, kennt das: Plötzliches Jammern, Händchen an den Ohren – manchmal bricht das Geheul unmittelbar los. Dahinter steckt mehr als nur Angst vor der ungewohnten Situation.

heute 11:50 Uhr | 4 mal gelesen

Das Phänomen ist vielen Eltern vertraut: Während sich die Maschine dem Boden nähert, sehen Erwachsene meist recht entspannt aus – bei Kindern dagegen oft das ganze Gegenteil. Ihr Trommelfell rebelliert beim schnellen Druckabfall. Interessanterweise ist das gar kein Wunder, denn bei ihnen ist die sogenannte Ohrtrompete (zwischen Mittelohr und Rachenraum) von Natur aus enger und zarter gebaut. Sie klemmt förmlich, wenn's schnell gehen muss.

Der HNO-Spezialist Dr. Sebastian Blum aus Schwetzingen bestätigt: „Kinderohren sind einfach empfindlicher, vor allem bei abrupten Druckveränderungen wie beim Sinkflug.“ Etwa jedes fünfte Crewmitglied und Passagier – egal ob groß oder klein – kennt Ohrendruck, bei Kindern ist die Zahl noch größer. Und noch schlimmer wird’s, wenn eine Erkältung die Schleimhäute dick macht: Dann ist der Druckausgleich fast unmöglich.

Doch Eltern sind zum Glück nicht machtlos: Babys beispielsweise hilft schon ein Fläschchen oder das Stillen beim Start und bei der Landung – ganz nach dem Motto: Wer saugt, gewinnt. Älteren Kindern hilft Kaugummikauen, häufiger bewusstes Schlucken oder Gähnen. Entscheidend ist, damit nicht erst anzufangen, wenn die Schmerzen schon zuschlagen, sondern ein wenig früher. Falls das alles nicht reicht, gibt es Spezial-Ohrstöpsel, die den Druck sanfter ausgleichen (Stichwort: SANOHRA fly).

Wenig ratsam ist es, mit verschnupfter Nase überhaupt zu fliegen – erst recht bei heftigen Infekten lieber den HNO- oder Kinderarzt fragen, bevor die Reise losgeht. Denn manchmal ist Pause das Beste.

Kinder leiden beim Flugzeuglandeanflug häufig unter Ohrenschmerzen, weil ihre Ohrtrompete schmaler und sensibler auf Druckveränderungen reagiert als bei Erwachsenen. Insbesondere bei Erkältungen steigt das Risiko massiver Beschwerden. Präventiv helfen Saugen, Kauen, rechtzeitiges Schlucken sowie spezielle Ohrstöpsel – im Zweifelsfall empfiehlt sich immer ärztlicher Rat.

Ergänzend: Medien berichten, dass immer mehr Familien Reisen angesichts steigender Flugpreise ausfallen lassen, was paradoxerweise dazu führt, dass weniger Kinder diesen Ohrendruck erleben (Quelle: www.spiegel.de). Aktualisierte Empfehlungen betonen zudem, dass Eltern die Vorab-Information durch Flugbegleiter oder Ärzte durchaus gezielt einholen sollten, da Airlines praktische Tipps oftmals auch beim Boarding weitergeben (Quelle: www.zeit.de). Weiterhin mehren sich Berichte, dass Hersteller spezieller Ohrstöpsel innovative Materialien nutzen, um noch besser auf die kindliche Anatomie einzugehen – demnach werden künftig individuell anpassbare Lösungen gängiger, wie Branchenportale berichten.

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