Körber übernimmt Godrej Körber vollständig – Fokus auf Supply-Chain-Ausbau in Indien

Hamburg und Mumbai: Körber sichert sich alle Anteile am bisherigen Joint-Venture Godrej Körber Supply Chain Limited und macht Indien damit zum neuen Herzstück seiner globalen Supply-Chain-Strategie. Die Entscheidung läutet eine neue Ära für Lokalisierung und Innovation am indischen Markt ein.

heute 15:58 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist ein bisschen wie bei einem guten Schachzug: Körber hat Godrej & Boyce die restlichen Anteile abgekauft und hält jetzt sämtliche Fäden in der Hand – das Joint Venture ist Geschichte, was bleibt, ist ein hundertprozentiges Körber-Tochterunternehmen. In der Vergangenheit war das Zusammenspiel beider Unternehmen ziemlich erfolgreich, nicht zuletzt, weil lokale Expertise mit globaler Technologie sozusagen Hand in Hand lief. Vor allem Branchen wie E-Commerce und Pharmazie haben von den intelligenten Automatisierungslösungen profitiert. Was sich jetzt verändert? Neben mehr Zugang zu internationalen Innovationsnetzwerken und F&E bekommt Körber jetzt einen direkten Draht zu seinen Kunden in Indien. Stephan Seifert, CEO, spricht offen von 'neuen Chancen für Investitionen und Innovationen' – ein bisschen klingt es wie ein Aufbruchsignal für das ganze Team. Und Helena Garriga ergänzt, dass die Kundennähe vor Ort nun mit weniger Reibungsverlust und mehr Tempo verbunden sein dürfte. Suunil Dabral, verantwortlich für die Region Asien-Pazifik, sieht in Indien längst nicht mehr nur einen Absatzmarkt, sondern einen festen strategischen Baustein im globalen Supply-Chain-Geschäft. Körber will die Digitalisierung und Automatisierung weiter vorantreiben, und das auf indische Bedürfnisse zugeschnitten. Ein bisschen Pathos steckt natürlich in den Statements, aber dass sich hier tatsächlich was verschiebt – das merkt man schon. Zum Unternehmen: Körber beschäftigt rund 13.000 Menschen und agiert auf fünf Kontinenten. Das Kerngeschäft dreht sich um die Zukunft technischer Prozesse – und darum, mit Ideen, die manchmal auch quer gedacht sind, Herausforderungen anzupacken.

Die vollständige Übernahme von Godrej Körber markiert für Körber einen bedeutenden Schritt in Richtung Internationalisierung und Technologietransfer, speziell im asiatisch-pazifischen Raum. Angesichts eines boomenden indischen Marktes für automatisierte Logistiklösungen will Körber durch direkte Kontrolle nicht nur die Innovationsgeschwindigkeit erhöhen, sondern auch den Draht zum Kunden enger knüpfen. Laut mehreren Quellen besteht ein zunehmender Bedarf nach maßgeschneiderten, lokalen Supply-Chain-Lösungen, wobei gerade die wachsenden Anforderungen in den Bereichen E-Commerce, Pharma und FMCG (Fast Moving Consumer Goods) den Kurs bestimmen. Neuere Zahlen zeigen, dass der indische Logistikmarkt, u.a. durch Digitalisierungsschübe und neue staatliche Infrastrukturinitiativen, eine Transformation erfährt, in deren Zentrum Automatisierungs- und Software-Know-how gefragt ist. Körber will davon nicht nur profitieren, sondern als Innovator auftreten – und somit langfristig in Indien wachsen, etwa durch lokale Entwicklungsteams und stärkere Investitionen in Forschung. Zusätzlich beobachten Analysten, dass die regionale Konkurrenz durch den Fokus auf End-to-End-Automatisierung deutlich zunimmt; Körbers Schritt könnte also als Antwort auf den sich beschleunigenden Wettbewerb interpretiert werden. Nach eigenen Angaben plant Körber, die eigenen Technologien stärker zu lokalisieren und gemeinsam mit indischen Partnern weiterzuentwickeln.

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