Mal ehrlich – der Umschwung von Kohle zu neuen Energieformen fühlt sich im mitteldeutschen Revier manchmal an wie ein Ritt durch einen trockenen Tagebau: mal rasant, mal zähflüssig, mit gelegentlichem Stillstand. Während im aufgegeben geglaubten Pödelwitz wieder Leben einkehrt, versiegt im Tagebau Profen langsam der Puls der Kohlemassen – Mibrag sucht fiebrig nach alternativen Geschäftsmodellen wie Power-to-Heat-Anlagen. Doch trotz Pressejubel gibt es auch ernüchternde Verzögerungen: Der Aufbau von Anlagen für erneuerbare Energien – etwa die versprochenen Elektrolyseure im Energiepark Bad Lauchstädt – zieht sich in die Länge. An anderen Ecken verankert sich Wandel schon früh, etwa wenn Kinder in Hohenmölsen im Hort über Nachhaltigkeit sprechen, während die Erwachsenen noch über Fördermittel und Zukunftsängste diskutieren. Der MDR-Podcast begleitet diesen Umbruch, trifft Visionäre, Skeptiker und diejenigen, die einfach versuchen, ihren Alltag weiterzuleben. Was bleibt von den politischen Versprechen? Wer profitiert vom Wandel, wer gerät unter die Räder? All diese Fragen spiegelt die Langzeitreihe wider – persönlich, oft überraschend und bisweilen (wie das echte Leben) ziemlich unperfekt.
Im Podcast-Projekt von MDR wird seit fünf Jahren dokumentiert, wie der mitteldeutsche Kohleausstieg tatsächlich aussieht: zwischen Erfolg und Bremsklotz, zwischen blühender Zukunft und alten Sorgen. Der Podcast fängt Stimmen und Geschichten ein – von Kindern bis zu lang gedienten Bergleuten, von Wirtschaftsexperten bis zu politisch Engagierten. Kritisch betrachtet die Reihe auch die Wirksamkeit der versprochenen Strukturhilfen, das Tempo bei der Einführung erneuerbarer Energien und den Alltag in Kommunen, die mit der Transformation ringen.
Neuerdings hat der Bundestag im Juni 2024 erneut die Notwendigkeit betont, die Digitalisierung und den Bürokratieabbau in der Genehmigung von Energieprojekten deutlich voranzutreiben, um den Ausbau der Erneuerbaren zu beschleunigen. Verschiedene Experten weisen zudem darauf hin, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung wächst, wenn konkrete Vorteile, etwa niedrigere Strompreise oder neue Arbeitsplätze, sichtbar werden. Gleichzeitig erhöhen jüngste globale Krisen (wie der Ukrainekrieg) den Druck, unabhängiger von fossilen Importen zu werden, was dem mitteldeutschen Revier ganz neue Chancen, aber auch Unsicherheiten beschert.