Kubicki rüttelt an einem politischen Tabu und stellt die bisherige Ausschließeritis gegenüber der AfD infrage, mit der Begründung, dass grundlegende institutionelle Ablehnung in keiner Verfassung steht. Es geht um die Eigenständigkeit der FDP; sie will sich von anderen Fraktionen weder distanzieren noch an deren Zustimmung klammern, sondern vor allem konsequente Sachpolitik betreiben. Im Zuge dessen wurde zuletzt, auch angeregt durch AfD-Zwangspausen in den Parlamenten, hitzig über das Für und Wider des politischen Umgangs mit der AfD debattiert. Aktuelle Medienberichte (z. B. bei Zeit Online und SZ) zeigen, dass insbesondere vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland der parteiübergreifende Umgang mit der AfD relevante Dynamiken für Koalitionsbildungen auslösen könnte. Zeitgleich warnen viele Politikbeobachter davor, Prinzipien zugunsten kurzfristiger Polit-Taktik über Bord zu werfen – auch, weil sich im Europawahlkampf das Misstrauen gegenüber der AfD und rechten Parteien verschärft. Letztlich ist die FDP mit Kubickis Linie nicht allein: Auch in anderen Parteien wird gerade heftig darüber gestritten, wie man mit einer zunehmend selbstbewusst agierenden AfD umgeht.