Der Blick auf die Nachbarländer zeigt, dass gut gemeinte Steuermaßnahmen schnell nach hinten losgehen können. In den Niederlanden schraubten die Verantwortlichen 2024 die Tabakpreise rasant nach oben, was etwa 13 Euro für eine Schachtel im Jahr 2025 bedeutete. Das Ergebnis? Der offizielle Zigarettenabsatz rauschte in die Tiefe, während zugleich über 60 % der niederländischen Raucher ihren Tabak schlicht im Ausland deckten – bevorzugt in Deutschland und Luxemburg. Die Prognosen der Regierung zu den Mehreinnahmen verpufften, längst hat Den Haag jegliche weiteren Erhöhungen stoppt.
Frankreich erzählt eine vergleichbare Geschichte: Die Preise liegen dort 64 % über deutschem Niveau, die Flucht über Grenzübergänge ist längst Alltag. 2024 erreichte der Anteil illegal konsumierter Zigaretten laut einer KPMG-Studie den neuen Rekordwert von 38 %, und dem französischen Staat gingen hunderte Millionen Euro verloren. Die offizielle Statistik spricht Klartext – immer weniger Menschen zahlen legal Steuern für ihren Tabak.
Auch Großbritannien kommt mit seiner harten Linie nicht zum Ziel. Trotz millionenschwerer Aufschläge auf Zigaretten- und Tabakpreise wanderte der Umsatz verstärkt in den Schattenmarkt ab, der Anteil nicht in England versteuerter Rauchwaren stieg kräftig an – die Einnahmen dagegen sanken dramatisch, während der Anteil der Raucherinnen und Raucher sich kaum bewegte.
Der BVTE in Deutschland warnt daher eindringlich: Wer jetzt die Steuerschraube überzieht, riskiert erneut das, was schon zwischen 2003 und 2005 passierte – nämlich ein Loch in der Haushaltskasse, während der Schwarzmarkt blüht und Raucher:innen woanders kaufen. Statt vorschneller Schritte fordern die Branchenvertreter eine umsichtigere, differenzierte Strategie.
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Der Artikel beleuchtet die negativen Folgen überzogener Tabaksteuererhöhungen in den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien – nämlich massive Ausweichkäufe ins Ausland, Schwarzmarkt-Boom und sinkende Steuereinnahmen. Besonders in den Niederlanden führte ein sprunghafter Preisanstieg dazu, dass der größte Teil des Zigarettenkonsums ins grenznahe Ausland abwanderte, während Frankreich mit Rekordwerten im illegalen Tabakhandel kämpft und Großbritanniens Staatshaushalt unter Einnahmenrückgängen leidet. In der aktuellen politischen Debatte um die Tabaksteuer in Deutschland dient diese Entwicklung dem BVTE als warnendes Beispiel: Empfohlen wird eine maßvollere, wirtschaftlich realistische und gesundheitsorientierte Steuerpolitik, um die Fehler der Nachbarn und auch frühere nationale Fehler nicht zu wiederholen. Neue Entwicklungen zeigen, dass die EU-Kommission die Harmonisierung der Tabaksteuern ins Spiel bringt, um die grenzüberschreitende Problematik besser in den Griff zu bekommen. Zudem ist ein Vorstoß der Bundesdrogenbeauftragten bekanntgeworden, der sich klar für Tabakprävention starkmacht und langfristig auch Alternativen wie E-Zigaretten als Teil einer gesamtheitlichen Strategie diskutiert. Berichte aus niederländischen und französischen Medien betonen inzwischen auch die gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgekosten, die aus der Verschiebung des Konsums in den grauen Bereich resultieren – etwa eine schlechtere Kontrolle über Inhaltsstoffe und einen erschwerten Jugendschutz.