Am Freitag hat das Statistische Bundesamt verkündet: Die Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) machen inzwischen 3,17 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung aus – so hoch wie noch nie seit 1995. Wer hätte gedacht, dass Deutschland das 3-Prozent-Ziel der EU-Wachstumsstrategie schon wieder ziemlich locker überschreitet? Allerdings, naja, bis zum eigenen Zielwert von 3,5 Prozent bis 2025 fehlt noch ein gutes Stück.
Dabei zählt jede Branche mit: Wirtschaft, Hochschulen, alle denkbaren außeruniversitären Einrichtungen. Gerade die Unternehmen lassen Geld fließen – mit einem Anstieg auf 92,5 Milliarden Euro stemmen sie erneut weit mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben.
Bemerkenswert übrigens: Die Hochschulen konnten ihre FuE-Ausgaben um 4,7 Prozent steigern, jetzt auf 24,1 Milliarden Euro. Und bei den außeruniversitären Forschungsstätten rauschte das Volumen sogar um heftige 10,1 Prozent nach oben – auf 20,4 Milliarden Euro.
Das ist noch nicht alles: Fast 40 Prozent davon gingen in naturwissenschaftliche und mathematische Disziplinen. Teure Großprojekte in Physik und Astronomie sorgten hier mit für einen enormen Schub: 4,4 Milliarden Euro, satte 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Die großen Namen in der Forschungswelt – Max-Planck- und Fraunhofer-Institute zum Beispiel – haben mit 14,5 Milliarden Euro die Ausgaben für FuE nochmal getoppt. Einige kleinere Organisationen wuchsen prozentual aber am stärksten, zum Teil fast um das Doppelte.
Ach ja, beinahe hätte ich’s vergessen: Es tut sich auch etwas bei den Beschäftigtenzahlen. Gut 67.200 Forscher und Forscherinnen arbeiteten 2024 (gerechnet als Vollzeitäquivalente) in den außeruniversitären Einrichtungen, etwas mehr Frauen als in den Vorjahren. Aber von echter Gleichstellung – sagen wir’s ehrlich – ist man mit 36,7 Prozent Frauenanteil im wissenschaftlichen Bereich immer noch ein Stück entfernt, auch wenn der Trend vorsichtig nach oben zeigt.
Deutschlands Forschungsausgaben sind 2024 erneut deutlich gestiegen, mit einem historischen Höchststand beim Anteil am BIP. Der Schwerpunkt liegt weiter auf technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen, befördert durch Großprojekte der Grundlagenforschung. Unternehmen bleiben der Hauptfinanzier, Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen legen dennoch dynamisch zu; zugleich bleibt die Geschlechterverteilung unter Forschenden ein gesellschaftlicher Balanceakt.
Laut aktuellen Presseberichten rücken insbesondere Investitionen in Künstliche Intelligenz, grüne Technologien und Biotechnologie in den Fokus, da Deutschland international konkurrenzfähig bleiben will. Diskussionen drehen sich auch um die nachhaltige Finanzierung und den Fachkräftemangel – Forschende fordern flexible Förderstrukturen und bessere Karriereperspektiven. Zudem gibt es politische Debatten um die Verteilung und Wirksamkeit der Mittel, wobei die Nachfrage nach Transparenz und Effizienz gestiegen ist.