Merz fordert grundlegende Überarbeitung der EU-KI-Regulierung

CDU-Chef Friedrich Merz plädiert dafür, die europäische KI-Verordnung grundsätzlich neu zu bewerten – und Unternehmen mehr Gehör zu schenken.

20.03.26 00:43 Uhr | 46 mal gelesen

Manchmal beschleicht einen das Gefühl, dass die EU mit ihren Vorschriften gerne mal ins Volle greift. Jedenfalls hört man aus Brüssel von Friedrich Merz, dass die künstliche Intelligenz neuerlich auf den Seziertisch soll. "Es liegen zahlreiche Anregungen aus der Industrie und von Start-ups auf dem Tisch, die ernst genommen werden müssten", betonte Merz nach dem EU-Rat am späten Donnerstag. Laut ihm wurde der Kommission der Auftrag erteilt, das gesamte KI-Thema noch einmal aufzuschnüren, wie bei einer Art Rundumüberprüfung – mit einem 'Omnibus', wie er es nennt. Er lässt durchblicken: Was Unternehmen beklagen, wird nicht einfach abgewunken. Europa solle beim KI-Wettlauf vorne mitmischen können, ähnlich wie die USA oder auch China – das bleibt immerhin der ambitionierte Anspruch. Details zu den nächsten Schritten? Merz hält sich bedeckt, insbesondere bei eigentlich ab August geplanten Transparenzregeln. Immerhin, so viel sagt er, soll es eine wirklich tiefgehende Prüfung des Regelwerks geben.

Friedrich Merz macht Druck: Die EU-Kommission erhält laut ihm vom Rat den Auftrag, die geltende KI-Verordnung umfassend zu überarbeiten – unter Berücksichtigung vielfältiger Rückmeldungen aus Wirtschaft und Start-up-Szene. Die laufende Kritik, etwa dass europäische Vorgaben zu Innovation und Wettbewerbsfähigkeit im KI-Sektor ausbremsen könnten, ist ein zentraler Beweggrund. Laut aktuellen Medienberichten gibt es zudem Debatten um Details in der Umsetzung, beispielsweise über die Balance von Datenschutz, Sicherheit und Innovationsfreiheit. Während Merz keine Details zur Aussetzung einzelner Transparenzpflichten nennt, zeichnet sich ab, dass die EU offen bleibt für Korrekturen, etwa durch gezieltere Vorgaben für Hochrisiko-KI-Anwendungen. Kontrovers diskutiert wird europaweit auch, wie eine einheitliche Linie aussehen kann, ohne Unternehmen über Gebühr zu belasten, aber zugleich ethische Grundregeln zu sichern – was vor allem im Vergleich zu lockeren Regelungen in den USA oder den teils autoritären Strategien Chinas spannend bleibt.

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