Misstrauen gegenüber den USA – Mehrheit der Deutschen zweifelt an Partnerschaft

Eine aktuelle Befragung offenbart: Drei Viertel der Deutschen sind überzeugt, die Vereinigten Staaten seien kein verlässlicher Partner. Das Vertrauen in die transatlantische Freundschaft scheint auf wackligen Beinen zu stehen.

08.01.26 19:08 Uhr | 34 mal gelesen

Die ARD hat durch Infratest jüngst rund 1.300 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger gefragt – das Ergebnis fällt deutlich aus: Gerade einmal 15 Prozent halten die USA für ein vertrauenswürdiges Land. Das ist ein historischer Tiefstand im traditionellen Deutschlandtrend. Interessanterweise genießen Frankreich (78 Prozent) und Großbritannien (74 Prozent) viel mehr Zuspruch. Spannend ist auch ein Blick auf die Ukraine: Nur vier von zehn Befragten glauben an deren Verlässlichkeit, und fast genauso viele trauen ihr explizit nicht über den Weg. Was Russland betrifft, herrscht fast einhellige Skepsis, 83 Prozent winken ab. Fast zwei Drittel der Befragten blicken sorgenvoll auf das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland. Erstaunlich nüchtern wird Trumps Arbeit bewertet – ganze zwölf Prozent sind zufrieden, der Rest schaut skeptisch bis entsetzt. Die Sorgen in Bezug auf Europas Sicherheit gehen leicht zurück, bleiben aber hoch. Besonders auffällig ist das Misstrauen gegenüber der Nato: Sieben von zehn meinen, Europas Schutz sei auf die USA kaum mehr zu stützen – Ansichten, die seit Trumps kritischen Bemerkungen zur Nato-Beistandspflicht weitergewachsen sind. Und während gut die Hälfte für mehr europäische Unabhängigkeit in der Verteidigung plädiert, hält ein Drittel an alten Bindungen fest. Wirklich einig sieht anders aus.

Die jüngste Umfrage zeichnet ein Bild des massiven Vertrauensverlusts in die Vereinigten Staaten – ein Trend, der bereits seit den Jahren der Trump-Regierung zu beobachten ist. Besonders auffällig: Das Misstrauen schlägt sich inzwischen auch in Sorgen um europäische Sicherheit nieder und weckt neue Debatten über strategische Eigenständigkeit Europas. Europa scheint hin- und hergerissen zwischen tradierten Partnerschaften und dem wachsenden Wunsch nach Selbstständigkeit. Neue Analysen und Kommentare in Leitmedien wie FAZ oder Süddeutsche schieben diese Entwicklung nicht nur auf Einzelpersonen wie Trump, sondern thematisieren auch langfristige geopolitische Verschiebungen, die Unsicherheiten nähren. In wissenschaftlich-politischen Diskursen ist längst von einer Zeitenwende in den transatlantischen Beziehungen die Rede, angeheizt durch aktuelle Minderungsrufe Richtung Nato und die Wahlkämpfe in den USA. Die strategische Ausrichtung Europas in Verteidigungsfragen bleibt damit ein Debattenfeld – umso mehr angesichts der erneut belebten Diskussionen um ein mögliches eigenständiges militärisches Bündnis innerhalb der EU. Das Bedürfnis nach größerer Souveränität ist beileibe kein deutscher Alleingang, sondern spiegelt einen europäischen Trend, wie aus aktuellen Artikeln internationaler Magazine hervorgeht.

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