Manchmal frage ich mich, wann dieses diffuse Gefühl des Misstrauens eigentlich zum festen Bestandteil unserer politischen Wirklichkeit geworden ist. Laut einer neuen Befragung von infratest dimap – also keine wilde Küchentisch-Schätzung, sondern eine ziemlich solide Erhebung – halten nur noch 15 Prozent der Deutschen die USA für einen verlässlichen Verbündeten. Andersrum gesagt: Drei Viertel winken ab und sagen sinngemäß „Auf Amerika ist kein Verlass“. Und das, obwohl die USA jahrzehntelang als wichtigster Beschützer im Bündnis galten. Meinungen zu anderen Ländern – Frankreich, Großbritannien – sehen deutlich besser aus; Russland hingegen bleibt fast vollständig in der Misstrauensecke. Gleichzeitig ist da eine wachsende Sorge, dass der Schulterschluss mit den USA nicht mehr ausreicht, um die Sicherheit in Europa zu garantieren. Was auffällt: Nicht mal jeder Siebte mag die Arbeit des US-Präsidenten (Trump, mal wieder) goutieren. Und während früher das NATO-Bekenntnis fast unerschütterlich schien, sprechen sich inzwischen immer mehr Deutsche dafür aus, die militärische Zusammenarbeit in Europa eigenständiger zu strukturieren. Zugegeben, keiner weiß, wie das praktisch klappen soll. Aber die deutschen Umfragewerte zeigen ziemlich deutlich: Der berühmte „Wandel durch Annäherung“ scheint ausgedient zu haben. Wo ist das Vertrauen hin?
Der DeutschlandTREND von infratest dimap zeigt, dass das Vertrauen der Deutschen in die USA einen historischen Tiefpunkt erreicht hat: Nur 15 Prozent halten die USA noch für einen vertrauenswürdigen Partner, während ganze 76 Prozent skeptisch sind. Die Zahlen sprechen für eine deutliche Vertrauenskrise, die sich vor allem vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen unter Präsident Trump und seiner Kritik an der NATO verstärkt hat. Gleichzeitig sieht die Mehrheit in Frankreich oder Großbritannien weiterhin verlässliche Verbündete, während vor allem Russland auf weitgehende Ablehnung stößt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Misstrauen gewachsen – insbesondere, nachdem Trump Zweifel an der NATO-Beistandspflicht äußerte, was Ängste um die europäische Sicherheit verstärkt hat. Ergänzend lässt sich anhand aktueller Berichterstattung feststellen, dass die Beziehung zu den USA weiterhin als zentral für die Sicherheit Europas gilt, zugleich aber immer mehr Stimmen nach einer stärkeren europäischen Eigenständigkeit im Verteidigungsbereich laut werden. Einige neue Artikel beleuchten darüber hinaus, wie die wachsende US-Polarisierung und Wahlkampf-Rhetorik das deutsche Meinungsbild verschärfen und die Debatte um Europas Rolle in der NATO befeuern.