Workshops, Faktenchecks und praktische Übungen – hinter Schlagworten wie 'Fake News' oder 'Verschwörungstheorien' stecken zu oft gefährliche Dynamiken, die gerade Jugendliche betreffen. Das lässt sich nicht nur an Schlagzeilen ablesen, sondern ist auch auf dem Schulhof oder in WhatsApp-Gruppen spürbar. Am 25. Februar 2026 startet das erste Newscamp in Siegen, es folgen Termine in Menden und Herne. Pro Standort sind rund 200 Acht- und Neuntklässler aus unterschiedlichen Schulen dabei und tauchen in den schulalltagsfernen Modus: Hier wird ausprobiert, hinterfragt, diskutiert. Neben den Schülern gibt’s Trainingseinheiten für Lehrkräfte und abends wird es bei Elternabenden (man weiß ja, dass auch Eltern nicht immer alles wissen) ganz praktisch: Was ist dran an der Schlagzeile? Wie erkenne ich, ob Meldungen sauber recherchiert sind? Die Organisationsarbeit übernimmt die Bezirksregierung zusammen mit engagierten Bildungsbüros und Fachberaterinnen, finanziell gefördert von der Brost-Stiftung. #UseTheNews bringt das Know How und breite Erfahrung aus bundesweit über 50 ähnlichen Projekten. Michael Albrecht von der Bezirksregierung will das Thema ausdrücklich längerfristig in der Schullandschaft verankern: Das einmalige Event ist nur der Startschuss – nachhaltige Konzepte für Lehrerfortbildung und Austausch sollen bleiben. Vanessa Bitter, die operative Chefin von #UseTheNews, sieht im Modellprojekt einen längst nötigen Ansatz: Gleichberechtigte Nachrichtenkompetenz, die nicht an der Klassentür Halt macht. Im Hintergrund steht ein breites Netzwerk aus Bildungsakteuren und Journalist*innen, die – vielleicht etwas unaufgeregt, aber dringend notwendig – für medienmündige junge Menschen sorgen. Apropos, auch die Brost-Stiftung: Die Initiative setzt sich seit Jahren für Teilhabe und Bildung speziell im Ruhrgebiet ein. Kurz: Ein bisschen Hoffnung, dass die nächste TikTok-Welle nicht mehr jeden aufs Glatteis führt.
Das Newscamp-Pilotprojekt im Regierungsbezirk Arnsberg reagiert auf die wachsende Gefahr von Desinformation, vor allem unter jungen Menschen. Die gezielte Kombination aus Schülerworkshops, Fortbildungen für Lehrkräfte und Infoabenden für Eltern setzt einen vielseitigen Akzent – als Reaktion darauf, dass laut aktueller Studien ein signifikanter Anteil von Jugendlichen Probleme hat, Desinformation von vertrauenswürdigen Nachrichten zu unterscheiden (z.B. Bitkom 2023). Neuere Recherchen zeigen: In Nordrhein-Westfalen sind ähnliche Bildungsinitiativen deutlich angestiegen, zum Beispiel gibt es im Nachgang zur Corona-Pandemie und im Kontext geopolitischer Konflikte vermehrt regionale Förderprogramme für Medienkompetenz. Darüber hinaus fordern etliche Akteure mit Blick auf die Social-Media-Nutzung, Lehrpläne grundsätzlich stärker an die neuen Herausforderungen der Informationsflut anzupassen und Eltern als Multiplikatoren einzubinden. Schließlich sorgt auch die zunehmende Verbreitung von KI-generierten Inhalten für neue Unsicherheiten – genau hier setzen die NewsCamps jetzt modellhaft an.