Wettlauf im All: Rheinmetall, OHB und Airbus ringen um Bundeswehr-Großprojekt

Der Griff der deutschen Rüstungsindustrie nach den Sternen nimmt Fahrt auf.

heute 08:55 Uhr | 1 mal gelesen

Es ist schon beinahe ein Kräftemessen unter Branchenriesen: Rheinmetall – bislang eher als Panzerschmiede bekannt – schielt, gemeinsam mit dem norddeutschen Raumfahrtunternehmen OHB, auf ein Mega-Satellitenprojekt der Bundeswehr. Angeblich kursiert eine Summe von bis zu zehn Milliarden Euro – eine Vorstellung, die sich fast wie Science-Fiction liest, aber doch Realität ist. Neben Rheinmetall und OHB hat auch Airbus Interesse angemeldet. Die geplante Satellitenflotte, als SATCOMBw Stufe 4 bezeichnet, soll es draufhaben: Über 200 Satelliten könnten bis 2029 deutsche Truppen, Fahrzeuge, vielleicht sogar Drohnen und Schiffe miteinander vernetzen. Das erinnert nicht zufällig an das vielbeachtete Starlink-System von Elon Musk; man mag fast von einer europäischen Antwort sprechen. Insider munkeln laut Medienberichten, dass die Ausschreibung schon in wenigen Wochen startet. Wer am Ende das Rennen macht? Noch alles offen, aber eines steht fest: Die Welt über unseren Köpfen wird bald deutlich voller.

Beim geplanten Militärprojekt SATCOMBw Stufe 4 buhlen sowohl der deutsche Rüstungsriese Rheinmetall (in Gemeinschaft mit OHB) als auch Airbus um einen Milliardenauftrag der Bundeswehr, bei dem bis zu 200 Satelliten die Kommunikation der Truppen sichern sollen. Anders als frühere Systeme setzt man auf ein Netz vieler kleiner Satelliten mit parallelen Strukturen zur Starlink-Konstellation von SpaceX – Ziel ist ausgesprochen hohe Resilienz und Flexibilität. In den vergangenen 48 Stunden berichten verschiedene Medien zudem über die zunehmende Kooperation zwischen Konzernen aus klassischen Verteidigungsbereichen und der Raumfahrt, die globale Entwicklungen und politische Unsicherheiten als Treiber für riesige Investitionen in Sicherheitstechnologien sehen. Laut neuesten Artikeln ist vor wenigen Tagen publik geworden, dass auch Partner aus dem Mittelstand an Bietergemeinschaften beteiligt sein könnten und die Bundesregierung erste Weichenstellungen vorantreibt. Im politischen Berlin gibt es allerdings nicht nur Begeisterung: Kritiker bemängeln die Konzentration auf Großkonzerne und äußern Zweifel an den sicherheitspolitischen Implikationen von Satellitennetzwerken, deren duale Nutzung schwer zu kontrollieren sei.

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