Höne sieht es als selbstverständlich an: Wer sich bei parteiinternen Abstimmungen durchsetzt, trägt Verantwortung für den Zusammenhalt. Und wer verliert, sollte den eigenen Willen zur Einigung demonstrieren – ein Gedanke, der manchmal genau das Gegenteil dessen ist, was in Parteien tatsächlich passiert. Aber das ist eine andere Geschichte. Nach dem Parteitag, so meint der Chef der nordrhein-westfälischen FDP, sei dieses Zusammenfinden tatsächlich möglich – vielleicht sogar nötig. Kubicki wie auch Strack-Zimmermann hätten bald eine gemeinsame Rolle im neuen Führungsteam; es wird sich zeigen, ob sie ihre Differenzen wirklich beilegen. Höne selbst wolle daran mitwirken, die FDP zu einer geschlossenen Einheit zu formen, sagte er, nachdem er selbst überraschend seine Bewerbung für den Parteivorsitz zurückgezogen und Kubicki den Vortritt gelassen hatte. Ein parteiinternes Tauziehen also – aber wenn alle sich gemeinsam einbringen, glaubt Höne, könne die FDP wieder an frühere Erfolge anschließen. Klingt irgendwie optimistisch. Aber Optimismus war selten fehl am Platz, zumindest in der Politik.
Nach dem jüngsten Parteitag der FDP ringt die Partei erneut um ihre Richtung und Stabilität: Vizechef Höne fordert öffentlich Einschwenken auf Eintracht, besonders nach den kontroversen Auseinandersetzungen zwischen Kubicki und Strack-Zimmermann um die Ausrichtung der Liberalen. Trotz interner Reibereien betonen Parteivertreter wie Höne, dass die Führung – bestehend aus beiden Streitparteien – künftig stärker zusammenarbeiten müsse. Nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Partei steht die FDP derzeit unter Druck: Politische Beobachter verweisen etwa auf sinkende Umfragewerte, Koalitionsprobleme und ein tendenziell zerfahrenes Image nach außen. Außerdem unterstreichen aktuelle Medienberichte, dass der Ton innerhalb der Partei kürzlich schärfer geworden ist, und die Debatte um den Kurs der FDP durchaus auch den Koalitionsfrieden auf Bundesebene belastet.