Nach der ungarischen Wahl: Merz setzt auf Partnerschaft mit Péter Magyar für ein vereintes Europa

Friedrich Merz, deutscher Bundeskanzler, richtet Glückwünsche an Péter Magyar – und kündigt enge Kooperation für Europas Zukunft an.

12.04.26 22:59 Uhr | 5 mal gelesen

Es war ein bewegter Sonntagabend: Friedrich Merz, noch halb im eigenen Büro und wohl auch geistig nicht ganz zur Ruhe gekommen, griff zum Telefon. Am anderen Ende: Péter Magyar, der neue politische Star Ungarns, frisch gekürt durch einen fulminanten Wahlsieg. "Herzlichen Glückwunsch zum klaren Ergebnis", ließ Merz verlautbaren. Und es schwang in der Stimme auch so etwas wie Hoffnung mit: Hoffnung auf ein Ungarn, das Europa nicht mehr Spagat und Sorgen bereitet. Merz betonte, dass er persönlich mit Magyar telefoniert und ihm Kraft gewünscht habe – so eine Aufgabe, die wiegt, das wissen beide. Zwischen den Zeilen schimmerte der Wunsch durch, endlich wieder gemeinsam an einer starken, vielleicht sogar manchmal trotzigen Europäischen Union zu ziehen. Interessanterweise schlossen sich innerhalb kurzer Zeit auch Frankreichs Staatschef Macron, Ursula von der Leyen und der CSU-EVP-Mann Weber an die Glückwunschparade an. Während von der Leyen leserlich auf Twitter/Threads davon sprach, dass nun 'Ungarn zurück im europäischen Haus' sei, sah Macron sogar eine Rückkehr zu den EU-Werten. Weber jedenfalls urteilte beim SPIEGEL schon beinahe ketzerisch, Orbán habe „als Leitfigur der Rechtspopulisten“ ausgedient. Die Zahlen sind bemerkenswert: Laut Auszählung hatte Magyars Partei Tisza bald eine komfortable Zweidrittelmehrheit in der Tasche – 138 von 199 Sitzen, und das schon bei knapp 88 Prozent ausgezählten Stimmen. Damit könnten neue politische Realitäten für die Menschen in Ungarn anbrechen, vielleicht auch für ganz Europa. Die von Viktor Orbán geführte Fidesz, die so viele Jahre das ungarische Parlament dominierte, sackte auf 54 Abgeordnete ab. Die kleine Mi Hazánk Mozgalom bleibt mit nur sieben Mandaten weit abgeschlagen. Es bleibt spannend: Wer jetzt noch glaubt, dass in Osteuropa nur alte Machtspiele veranstaltet werden, hat vermutlich schon lange keinen Blick mehr über den Tellerrand geworfen.

Friedrich Merz gratulierte Péter Magyar mit Nachdruck zu dessen Wahlerfolg und betonte, dass eine enge Zusammenarbeit im Sinne eines gestärkten und vereinten Europas geplant ist. Die ungarische Politik steht mit diesem Machtwechsel vor einem tiefgreifenden Wandel: Magyars Partei Tisza erreichte eine Zweidrittelmehrheit und könnte damit die Verfassung reformieren, während Orbáns Fidesz starke Verluste hinnehmen musste. Über die internationalen Reaktionen hinaus wird Ungarns künftige EU-Orientierung nun von vielen als Chance für eine neue europäische Dynamik gesehen. Neuere Recherchen zeigen: Zeitungen diskutieren bereits, wie Magyars Politik die europäischen Beziehungen beeinflussen könnte, etwa hinsichtlich Mindeststandards von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Medienfreiheit. Das deutsche Kanzleramt zeigt laut verschiedenen Medien (z.B. Tagesschau, taz und DW) „verhaltenen Optimismus“ mit Blick auf die mögliche Neuausrichtung Ungarns innerhalb der EU. Europäische Akteure thematisieren aber auch Misstrauen und setzen auf Taten statt bloßer Rhetorik – nicht nur Blessuren aus der Ära Orbán müssen aufgearbeitet werden, sondern auch konkrete Politikfelder, etwa Migration, Klima und Sicherheit.

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