Magyar stand am Sonntagabend am Donauufer vor jubelnden Unterstützern. Seine Stimme – ein bisschen rau, vielleicht auch etwas übermüdet – hallte ins Land: 'Wir haben es wirklich geschafft, Leute.' Der Erfolg seiner Tisza-Partei bei dieser Wahl ist mehr als nur ein politischer Wechsel; für viele fühlt es sich an wie ein kollektives Aufatmen nach Jahren der Orbán-Dominanz. Mit einer Prognose von 138 von 199 Sitzen ist das Ergebnis klar: Die Opposition hat nicht nur gewonnen, sondern die ungarische Politik auf den Kopf gestellt. Orbán, 16 Jahre lang fast sinnbildliche Allmacht, ist Geschichte, zumindest erst mal. Und doch schwingt eine gewisse Vorsicht in Magyars Worten mit – als ahne er, dass das Regieren eine andere Nummer wird. 3,3 Millionen Stimmen und der Satz: 'Ungarn hat Geschichte geschrieben.' Die Euphorie ist groß, aber es bleibt abzuwarten, wie sich die Realität anfühlt, wenn der Applaus verhallt ist. Polen, Slowakei, jetzt Ungarn – der Wind in Osteuropa dreht sich sichtbar. Ironischerweise wirkt die Erwähnung der Zweidrittelmehrheit beinahe wie ein Versprechen mit Nachgeschmack, denn solch eine Machtfülle birgt auch Risiken. Nicht nur für Orbán-Anhänger.
Bei der ungarischen Parlamentswahl erzielte die Tisza-Partei unter Péter Magyar einen Erdrutschsieg und rechnet mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament – eine Konstellation, die auch Änderungen an der Verfassung ermöglicht. Nach 16 Jahren verliert Viktor Orbáns Fidesz damit signifikant an Einfluss. Beobachter im In- und Ausland sehen darin nicht nur einen politischen, sondern auch einen gesellschaftlichen Umbruch; zusätzlich wird diskutiert, welche Auswirkungen der Richtungswechsel auf die Europapolitik haben könnte. Internationale Medien betonen, wie wichtig eine demokratische Erneuerung für Ungarn und die Region sei, heben aber auch hervor, dass mit größerer Machtbasis der neuen Regierung neue demokratische Herausforderungen entstehen können.