Rund 9,3 Prozent der 42,6 Millionen Berufstätigen in Deutschland waren 2024 zumindest ab und zu während der Nacht zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens auf der Arbeit. Laut Destatis sind nächtliche Einsätze unter Männern mit 11,7 Prozent fast doppelt so verbreitet wie bei Frauen (6,5 Prozent). Auffällig ist: Je jünger, desto häufiger die Nachtarbeit. So sind es bei den bis 34-Jährigen 10,6 Prozent und bei den 35- bis 54-Jährigen immerhin 9,6 Prozent. Ab 55 Jahren sinkt der Anteil auf 7,4 Prozent. Besonders gefragt sind Nachteulen in der Luftfahrt, wo fast 43 Prozent der Beschäftigten nachts arbeiten – Wach- und Sicherheitsdienste (40,2 Prozent) sowie das Metallgewerbe (31,1 Prozent) folgen dicht dahinter. Ebenfalls oft im Nachteinsatz: Lagerlogistik, Verkehrsdienste, das Gesundheitswesen und die Gastronomie. Am anderen Ende: Baustellen-Vorbereitungen, IT und Bildungsberufe – dort kommt Nachtarbeit kaum vor.
Die Zahl der Arbeitenden, die nachts im Einsatz sind, bleibt in Deutschland konstant hoch – wobei klassische 'Nachtberufe' wie Rettungsdienste oder die Produktion umso wichtiger werden, je stärker die Wirtschaft rund um die Uhr laufen muss. Ein wachsendes Thema sind dabei die gesundheitlichen Auswirkungen von regelmäßiger Nachtarbeit: Studien weisen auf gestörte Schlafrhythmen, erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und psychosoziale Belastungen hin. Nicht zuletzt wird auch diskutiert, wie verbindlich und durchsetzbar gesetzlicher Schutz, wie Ruhezeiten und Zuschläge, tatsächlich eingehalten wird – gerade angesichts von Fachkräftemangel und immer flexibleren Arbeitszeitmodellen.